Sonntag, 12. Februar 2017 - Mauerläufer

 

Der Mauerläufer ist ein eigenartiger und zugleich sehr sympathischer Vogel, den ich vergangene Woche beobachten konnte und den ich bisher eigentlich nur aus Erzählungen aus dem ornithologischen Freundeskreis kannte.  Bevorzugt (und wehmütig) sprachen die Ornis im Konjunktiv: Wie schön es sein müsste, diesen Vogel zu sehen. Dass es irgendwann klappen würde und müsste und sollte. Dass es so unvorstellbar wunderbar wäre, ihn gemeinsam – vielleicht dieses Mal? – zu sehen. Dass es bestimmt wieder nicht klappen würde.

 

 

Dazu muss man Folgendes wissen: Der Mauerläufer bewohnt die Felsklippen der Alpen und sucht in Steinritzen nach kleinen Insekten. Kein Mensch käme auf die Idee, in diese Ritzen zu gucken und noch weniger zu glauben, darin nahrhaftes Leben zu finden. Nun, der Mauerläufer hat diese seine Nische perfektioniert mit einem langen, gebogenen zum Stochern geeigneten Schnabel und offenbar mit guten Augen. Gleichzeitig hat er eine enorme Unruhe, die es ihm ermöglicht in kürzester Zeit in alle Ritzen zu schauen und in unberechenbaren Abständen die gleiche Ritze nochmal zu kontrollieren.

 

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Im Winter werden die Insekten weniger und – schlimmer – es liegt Schnee und Eis darauf. Dann macht sich der Mauerläufer auf und davon, gerne in den Süden, um die Trockenmauern abzuklappen, aber auch in den Norden in die Steinbrüche im Schwarzwald. Ich weiß nicht, wie viele Stunden Lukas seit Jahren damit verbracht hat, sämtliche Steinbrüche der näheren und entfernteren Umgebung nach diesem Vogel abzusuchen. Im Vergleich zu einer großen Steinbruchmauer ist der Mauerläufer sehr klein. Und obwohl er an den Flügeln wunderbar rote Federn hat, sieht man nichts davon, wenn er ganz still (selten, aber es passiert) sitzt. Es kann auch sein, dass ein Mauerläufer an einer Wand ist, man hoffnungsvoll dorthin fährt, einige Stunden in der Kälte sucht und ohne Fund zurückfährt und zwei Stunden später ein anderer Ornithologe den Mauerläufer doch noch sieht.

Zu fünfeinhalbt machten wir uns dann zu einer vielversprechenden Wand, Felsen und Burgruine am Hohentwiel auf. Beim Aufstieg kam uns ein Ornithologe entgegen, der bereits zwei Stunden suchte und ihn nicht sah – die Hoffnung sank – und der aber auch wusste: in zwei Stunden ist der Vogel vielleicht sichtbar – die Hoffnung wuchs. Wie riesig das Gelände war! Immerhin, gleich zu Beginn sahen wir Wanderfalken, die dort bald brüten werden.

Wir suchten nebeneinander stehend die Wände ab, wir verteilten uns, wir sammelten uns, wir froren, wir überlegten einzupacken – als plötzlich Jans Ruf „Da ist er“ kam. Bloß wo? Er war schon wieder weg. Im Nachhinein muss ich ja sagen, dass es wohl das Geschickteste ist, warm eingepackt an einer Stelle stehen zu bleiben und einfach zu warten. Der Mauerläufer ist so unfassbar hibbelig und ruhelos, dass man ihm sowieso nicht folgen kann. Wenn er denn da ist, wird er in seiner Unruhe auch irgendwann im beobachteten Bereich auftauchen. Diese Ruhe zu warten hatten wir nicht, also ging es bergauf, bergab, treppauf, treppab, hin und her, dem Vogel nach. Dennoch ist er erstaunlich gut getarnt und unauffällig.

 

 

Und: Es lohnt sich! Wie schön er ist, was für eine Freude, wenn das Rot der Flügel aufblitzt. Welcher langschnäbelige Vogel kann denn schon wie eine kleine süße Schwanzmeise schauen, wenn man ihn von vorne betrachtet? Wie viel Spaß es macht, ihn herumhüpfen, flattern, stochern und verschwinden zu sehen. In welcher Geschwindigkeit er die Spalten durchleuchtet und dass er bei dieser Bewegung überhaupt über die Runden mit ein paar angefrorenen Insekten kommt!?! Passenderweise betitelt ihn der Kosmos-Vogelführer als „Unverkennbar, der Wiedehopf der Felsen!“.

 

 

Während die Herren auf immer noch eine Sichtung warteten, widmete ich mich selbstverständlich noch den Farben und Formen des Winterwalds und den alten Fenstern der Ruine.

 

 

 

 

 

Geschrieben am: 12. Februar 2017 von Magdalena in Farben und Formen, Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation, Vögel. 0 Kommentare.



Montag, 30. Januar 2017 - Unsere wilde Heimat

Bald ist es so weit: Die GDT-Regionalgruppe 13 präsentiert auf dem Mundologia-Festival für Abenteuer, Fotografie und Reisen den Naturfoto-Vortrag „Unsere wilde Heimat“. Seit Monaten, eher schon Jahren, läuft die Planung im Hintergrund, wurden Fotos von den Regionalgruppenmitgliedern eingeschickt und teilweise gezielt fotografiert, haben Lukas und David Hettich gemeinsam die Auswahl getroffen und den Vortrag programmiert (Blogpost von Lukas dazu hier). Es geht einmal quer durch das Gebiet unserer Regionalgruppe, zu Bodensee und Hegau, Kaiserstuhl und Rheinebene, Schwarzwald und Vogesen. Es werden Tiere, Pflanzen und Landschaften und dabei gleichzeitig eine Auswahl unserer schönsten Fotos vorgestellt.

Kaum war letztes Jahr auf dem Festival der Trailer zu sehen…..,

 

….kam auch schon eine Buchanfrage! Und so freuen wir uns, punktgenau zur Premiere auch das passende Buch präsentieren zu dürfen:

Unsere wilde Heimat

http://www.knesebeck-verlag.de/unsere_wilde_heimat/t-34/529

 

Und weil der Vortrag ruckzuck ausverkauft war, hat das Mundologia-Team noch schnell einen Zusatztermin organisiert:

http://www.mundologia.de/veranstaltung/unsere-wilde-heimat-zusatztermin/

 

Der SWR hat außerdem einen kleinen Film über unser Buch gedreht, zu sehen in der Mediathek:

http://www.swr.de/kunscht/faszinierende-natur-im-suedwesten-bildband-unsere-wilde-heimat/-/id=12539036/did=18668462/nid=12539036/1v5u4fw/index.html

Geschrieben am: 30. Januar 2017 von Magdalena in Allgemein, Wissenswertes. 1 Kommentar.



Montag, 30. Januar 2017 - Flamingo am Abgrund

Geschrieben am: 30. Januar 2017 von Magdalena in Farben und Formen. 0 Kommentare.



Donnerstag, 26. Januar 2017 - Federfarben

 

 

 

 

Geschrieben am: 26. Januar 2017 von Magdalena in Farben und Formen, Vögel. 0 Kommentare.



Donnerstag, 12. Januar 2017 - Rost ist eine schöne Farbe!


 

Geschrieben am: 12. Januar 2017 von Magdalena in Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Sonntag, 8. Januar 2017 - Frost

Anfang Dezember wurde es sehr kalt. Der fehlende Schnee wurde durch reichliche frostige Überzuckerung wieder wettgemacht. Eigentlich war es fast egal, wohin man fuhr: Es war überall schön. Nur die Sonne sollte noch nicht zu lange auf die entsprechenden Stellen geschienen und die fragile Pracht davongeschmolzen haben. Letzte Blumen sind genauso vereist wie knorzige Bäume. Gegen Abend verdichtete sich der Nebel, was eine ganz eigene Stimmung zwischen heller Reflexion des Reifs und Licht schluckendem Nebel ergab und auch die Fotografie einiger schöner Bäume erlaubt, bei denen sonst im Hintergrund immer zivilisatorische Elemente zu sehen sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben am: 8. Januar 2017 von Magdalena in Andere Tiere, Farben und Formen, Landschaften. 1 Kommentar.



Montag, 2. Januar 2017 - Bodensee

Anfang Dezember unternahmen wir einen schönen Ausflug an den Bodensee. Es war recht frisch, aber was gibt es Schöneres, als mehr oder minder einsam in der mehr oder minder gefrorerenen Matsche zu liegen und zu fotografieren (mit Ausblick auf danach heißen Kaffee)? Das Wasser war stellenweise leicht gefroren, was die Wasserrallen aus dem Schilf lockte. Wesentlich fotogener als die komischen Rallen sind die Säger, die unabhängig von den Ententrupps herumschwimmen und einen beeindruckenden Säge-Schnabel mit sich führen.

Abseits der Enten und ohne Eis gibt es Anfang Dezember nur wenig Fotogenes. Ein bisschen Schilf und ein bisschen Auenvegetation in der kalten Dezembersonne. Die Sonne hat mittags ein hartes Licht und sinkt dann schnell und plötzlich, entsprechend früh schlafen die Enten.

 

Geschrieben am: 2. Januar 2017 von Magdalena in Landschaften, Vögel. 0 Kommentare.



Mittwoch, 28. Dezember 2016 - Obstbäume

In den zunehmend blattlosen Bäumen lassen sich Vögel wie Baumstrukturen finden.

 

 

Geschrieben am: 28. Dezember 2016 von Magdalena in Farben und Formen, Landschaften, Pflanzen, Vögel. 0 Kommentare.



Freitag, 23. Dezember 2016 - Finken im Sonnenblumenglück

 

Es gibt immer wieder Felder (und zum Glück werden es mehr), die für ein Jahr nicht direkt der Ernte dienen, sondern mit einer Blühmischung bestückt werden, die im Sommer für Insekten und im Herbst für Vögel als Nahrungsquelle dient. Eine solche Fläche steht auch in unserer Nähe und Mitte November waren die mit Kernen gefüllten Sonnenblumen bei den Finkenschwärmen begehrt. Grünfinken und Distelfinken waren neben Haussperling die zahlreichsten Gäste, vereinzelt waren auch Girlitze und Meisen zu sehen. Das Feld wird von zwei Seiten von einer Straße gesäumt und so waren die Vögel halbwegs an Verkehr gewöhnt. Manchmal waren sie sehr tolerant und nah und manchmal verließen sie aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen fluchtartig die Blumen. Binnen weniger Tage waren die Blumen offenbar leer gefressen und kein Vogel mehr zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben am: 23. Dezember 2016 von Magdalena in Vögel. 0 Kommentare.



Samstag, 10. Dezember 2016 - alte Tür

auch aus Stein am Rhein. Ein schöner Ort.

Geschrieben am: 10. Dezember 2016 von Magdalena in Farben und Formen, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



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