Mittwoch, 28. September 2011 - Sandbewohner Nr. 2 – Der Ameisenlöwe

Ein weiterer hoch interessanter und gut versteckter Sandbewohner ist der sogenannte Ameisenlöwe. Der Ameisenlöwe ist das etwa 1cm und 2 Jahre andauernde Larvenstadium der Ameisenjungfer, einem wunderschönen Insekt aus der Gruppe der Netzflügler (in die auch die etwas bekannteren Florfliegen gehören). Er lebt räuberisch und ernährt sich – wie der Name schon sagt – von Ameisen. Dazu baut er sich einen kleinen Trichter mit wenigen Centimeter Durchmesser im Sand, an dessen Tiefpunkt er vergraben sitzt. Kommt eine Ameise oder ein anderes Insekt in den Trichter, fängt der Sand unter ihr zu rutschen an. Zusätzlich wird der Ameisenlöwe aktiv und bewirft seine Beute mit Sand, bis sie in die Mitte des Trichters und damit vor seine Zangen gerutscht ist und ausgesaugt wird. Das Eingraben erfolgt schnell rückwärts drehend in immer enger werdenden Spiralen. Auch hier wirft er mit seinen Zangen Sand an die Außenwände, so dass der Trichter entsteht.

Motiv: Ameisenlöwe beim Eingraben, vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/80

 

 

Motiv: Ameisenlöwe von vorne, vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F9 | 1/30

Geschrieben am: 28. September 2011 von Magdalena in Insekten, Objektiv: Tamron 90mm, Wissenswertes. 2 Kommentare.



Samstag, 24. September 2011 - Sandbewohner Nr. 1 – Der Sandwohrwurm

Im Sommerurlaub hatte ich das Glück mit einem ortskundigen¬† Naturfotografen-Freund einen brandenburgischen Truppenübungsplatz zu besuchen, der nun Naturschutzgebiet ist.Die großen Sandflächen bieten ganz besonderen und auf diesen Lebensraum spezialisierten Arten ein Zuhause, von denen ich einige in den nächsten Posts vorstellen möchte.

Motiv: Truppenübungsplatz, vom 31. August 2011 Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 17-35mm @ 17mm | F14,0 | 1/50

 

 

Motiv: Truppenübungsplatz, vom 31. August 2011 Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 17-35mm @ 21mm | F13,0 | 1/160

 

 

Neben Fröschen und Libellen an den Gewässern finden sich viele Spinnen (vor allem im Heidekraut) und Eidechsen.

Motiv: Eidechse vom 31. August 2011 Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/160

 

Ein ganz besonderer Bewohner ist der Sandwohrwurm, Labidura riparia, der im Vergleich zu den bei mir heimischen Ohrwürmern sehr hell ist. Er ist der größte deutsche Ohrwurm und steht auf der RL2. Sein Lebensraum beschränkt sich auf feinen Sand.¬† Bei Störung droht er mit seinen mächtigen Zangen, indem er sie dem Feind entgegen streckt. Kurz darauf vergräbt er sich in rasender Geschwindigkeit.

Motiv: Sandohrwurm (Labidura riparia), drohend, vom 31. August 2011 Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/160

 

Motiv: Sandohrwurm (Labidura riparia) beim Eingraben, vom 31. August 2011 Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/125

 




Mittwoch, 21. September 2011 - Im Seifenblasen-Land
test

Motiv: Tropfen und Seifenblasen vom 10. September 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | analoge 100mm | F2,8 | 1/800

 

Bilder vom Besuch im Seifenblasen-Land: Es ist ein kleines, wundersames und sehr schönes Land mit vielen Zwergen und Feen. Gestern war Großputz angesagt: Um die Grashalme zu säubern, schoben die Zwerge große Wasserkugeln die Halme hinauf. Die Methode ist effizient, man muss dann nur aufpassen, dass die Wasserkugel nicht zurückrollt und die Zwerge dabei überrollt oder vorne hinunter fällt und eine Fee beim Seifenblasen-machen erschlägt! Aufgrund der großen Putzaktivitäten waren noch viel mehr Seifenblasen in der Luft, als sonst…

Motiv: Tropfen und Seifenblasen vom 10. September 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | analoge 100mm | F2,8 | 1/2000

 

 

 

Geschrieben am: 21. September 2011 von Magdalena in Farben und Formen, Objektiv: analog. 1 Kommentar.



Freitag, 16. September 2011 - „Ist das eine Ameise?“

Motiv: Ameisenspringspinne (Myrmarachne formicaria), Männchen, vom 16. September 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,0 | 1/50

 

„Ist das eine Ameise?“ lautete die Frage, als dieses etwa 5mm große Tier in der Küche die Wand hinauf kletterte.

Die Antwort: Nein!

(Seit wann haben Ameisen einen Spinnfaden?)

Es sieht zwar auf den ersten Blick wie eine aus, aber es handelt sich um die Ameisenspringspinne Myrmarachne formicaria, zu erkennen an:

– sehr klein, zwischen Vorder- und Hinterkörper nur ein schmaler „Stiel“, ähnlich Ameisen

– Der Vorderkörper fällt in der Mitte, hinter den letzten Augen, ab und ist dann nur noch etwa halb so dick. Die vordere Hälfte ist schwarz / dunkel, die hintere braun gefärbt.

– Die Männchen haben extrem vergrößerte Cheliceren (als Schauapparate für den Kampf mit Rivalen und die Balz)

– Sie sind oft nur auf 3 Beinpaaren unterwegs und das vordere Beinpaar wird ähnlich Fühlern angehoben

– Der Hinterleib hat eine weiße Haarbinde.

Interessanter Weise überwintern Ameisenspringspinnen (oft zu mehreren) in leeren Schneckenhäusern!

 

Motiv: Ameisenspringspinne (Myrmarachne formicaria), Männchen, vom 16. September 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,0 | 1/250

 


 

Die Ameisenspringspinnen haben nichts mit den Ameisenjägern zu tun: Dies sind Spinnen, die gezielt Ameisen erbeuten.

Literatur: Bellmann, Heiko: Kosmos Atlas Spinnentiere Europas, Stuttgart 2006.

Geschrieben am: 16. September 2011 von Magdalena in Objektiv: Tamron 90mm, Spinnen und Spinnennetze, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Montag, 12. September 2011 - Schilfbewohner

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Weibchen, vom 11. August 2011 Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F7,1 | 1/50

 

Geschrieben am: 12. September 2011 von Magdalena in Insekten, Objektiv: Tamron 70-200mm. 0 Kommentare.



Ein Artenportrait

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Weibchen bei der Eiablage vom 11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F5 | 1/320

 

An (kleinen) Bächen sind Prachtlibellen zu finden, die mit einer Spannweite von 6-7cm und einer Körperlänge von 5cm Deutschlands größten Kleinlibellen darstellen. Ein weiteres Unterschiedungsmerkmal zu anderen Kleinlibellen sind die gefärbten Flügel. Prachtlibellen fliegen etwa ab Mai bis in den August hinein.In Deutschland gibt es in erster Linie die gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) und die blauflügelige Prachtlibelle (C. virgo). Bei beiden Arten haben die Männchen auffallend blaumetallische Körper.C. virgo unterscheidet sich unter anderem dadurch, dass die Flügel des Männchens vollständig dunkelblau sind, während sie es bei C. splendens nur teilweise sind. Außerdem sind die letzten Hinterleibssegmente bei den C. virgo-Männchen rot und bei den C. splendens weiß gefärbt.Die Weibchen der blauflügeligen Prachtlibelle sind kurpfer-/bronzefarben gefärbt, während die der gebänderten eher grünlich gefärbt sind.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Weibchen bei der Eiablage vom 11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F5 | 1/320

 

In dieser Serie sieht man, wie das Männchen sich putzt, indem es den Hinterleib an den Flügeln scheuert. Dieses Verhalten kann man immer wieder bei Kleinlibellen beobachten.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen, beim Putzen vom 27. Juli 2011

 

¬†Revierkämpfe, Paarungsverhalten und Eiablage:

Nach meinen Beobachtungen gibt es am Wasser wesentlich mehr Männchen als Weibchen. Taucht mal eines auf, dann fliegen mehrere Männchen hinterher.Ist kein Weibchen in Sicht, liefern sich die Männchen ununterbrochen Revierkämpfe. Dabei behält wohl im Allgemeinen ein Männchen einen Tag lang das von ihm besetzte Revier.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen bei Revierkämpfen, vom 4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4,5 | 1/250

Unter anderem kämpfen sie auch um den ‚Äúschönsten‚Äù, den höchsten und optimalsten Ansitz zur √úberwachung des Reviers.
Prachtlibellen leben an sauberen Fließgewässern. Während C. splendens auch an größeren, langsam fließenden Gewässern (z.B. Gräben) anzutreffen ist, findet man C. virgo praktisch nur an kleinen und schnell fließenden Gewässern. Insgesamt häufiger zu treffen ist die gebänderte Prachtlibelle.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen, vom 11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F3,5 | 1/640

 

Die Weibchen trifft man eigentlich nur zur Eiablage am Gewässer an.Vor der Paarung gibt es einen Balzflug des Männchens. Dabei zeigt es seine weiße Abdomenspitze. Zeigt das Weibchen keine abwehrenden Reaktionen, kommt es zur Paarung. Während der Zeit der Paarung kann ein anderes Männchen zumindest kurzzeitig das Revier neu besetzen.Ist die Paarung vollendet, legt das Weibchen die Eier an einem vom Männchen gezeigten Platz ab. Im Unterschied zu vielen anderen Kleinlibellen legt das Weibchen die Eier alleine ab (oft bleibt das Paar noch während der Eiablage verbunden). Im Allgemeinen bewacht aber das Männchen im Flug das Weibchen bei der Eiablage.Die Eier werden in Pflanzen an der Wasseoberfläche gestochen, teilweise taucht das Weibchen bei der Eiablage auch aufgrund der Strömung und Wasserbewegung unter. Sie müssen dann ausreichend Kraft haben, um auch mit nassen Flügeln wieder starten zu können.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Weibchen bei der Eiablage, vom 11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F4,5 | 1/320

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen bewacht das Weibchen bei der Eiablage, vom 11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/1000

Dennoch gelingt es ‚Äúdreisten‚Äù Männchen immer wieder, sich mit den schon ablegenden Weibchen neu zu verpaaren. Vorher werden noch schnell die Spermien des Vorgängermännchens ausgeräumt ‚Äì man möchte ja seine eigenen Gene weitergeben!Nach meinen Beobachtungen zeigten sich die Weibchen waren meist wenig kooperativ, mitten in der Eiablage gestört zu werden, hatten aber auch keine Wahl.Der Prozess dauert nur wenige Minuten (wenn überhaupt), dann fliegt das ‚Äúneue‚Äù Paarungsrad davon ‚Äì damit nicht ein weiteres Männchen stört.

 

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Cnalopteryx splendes), Männchen verpaart sich neu mit einem Weibchen während der Eiablage, vom 4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/400

 

Das "neue" Paarungsrad bildet sich, vom 4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/1250

 

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), das "neue" Paarungsrad fliegt davon, im Vordergrund patroullierendes Männchen, vom 4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/1250

Sowohl C. virgo als auch C. splendens stehen unter Schutz. Allerdings ist die blauflügelige Prachtlibelle wesentlich seltener (durch Verschmutzung der Gewässer) und steht daher bereits auf der RL3.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen im Anflug auf Wasserhahnenfuß, vom 4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4,5 | 1/800


Literatur:

Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos-Insektenführer, Stuttgart 1999, S. 42.

Sternberg, Buchwald (Hrsgb): Die Libellen Baden-Württembergs, Band 1, Stuttgart 1999, S, 187ff.

Weitere Informationen auch auf Libellenwissen.

Geschrieben am: 6. September 2011 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Objektiv: Tamron 180mm, Objektiv: Tamron 70-200mm. 1 Kommentar.



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