Sonntag, 29. April 2012 - Die ersten Bewohner

Mauerbiene am Insektenhotel

 

Die wamen Tage lockten die ersten zukünftigen Bewohner zum Insektenhotel. Eine Bestimmung der Hautflügler ist oft schwierig und anhand von Fotos noch schwieriger, doch bei diesen ist die Bestimmung gelungen. Es handelt sich um die Mauerbiene Osima bicornis, gut zu erkennen an den zwei namensgebenden kleinen Hörnchen unter den Fühlern.

 

Anflug

 

Mauerbiene in einer Röhre

 

Die Röhren und Bohrungen werden sehr gut von Mauerbienen angenommen, die fleißig Pollen eintragen: Zunächst krabbelt die Biene mit dem Kopf voraus in ihre Röhre und gibt dort vermutlich Nektar ab. Dann kommt sie wieder heraus und krabbel rückwärts hinein und strampelt den Pollen in die Röhre ab, der Nahrungsvorrat für die Brut:

 

Eine Mauerbiene mit Pollen auf dem Weg zu ihrem Nest

 

Mauerbiene schaut aus ihrer Röhre und "strampelt Pollen" ins Innere

 

Kurz vor dem Verschließen mit Lehm konnte man hier schon den Pollen im Inneren sehen:

 

Pollen der Mauerbiene

 

In einem Röhrchen nistet Ancistocerus nigricornis, eine Wespe. Sie macht im Unterschied zur Mauerbiene einen ganz glatten Lehmverschluss und trägt Raupen als Futter ein.

Die Wespe Ancistocerus nigricornis im Anflug mit neuem Material zwischen den Mundwerkzeugen

 

A. nigricornis beim Deckelbau

 

Doch es ist noch spannender! Nicht nur Mauerbienen und Wespen sind da, es haben sich auch gleich mehrere passende Parasiten eingefunden, Goldwespen (aus der Gruppe Chrysis ignita), deren Hauptwirt A. nigricornis ist. Sie warten, bis die Wespe ihr Ei gelegt hat und wieder davon fliegt geht, um dann schnell und unbemerkt ihr eigenes Ei abzulegen. Diese Goldwespen sind sogenannte Parasitoide: Sie töten zwar das Wirtsei / die Wirtslarve, aber fressen sie nicht auf, sondern „nur“ den Futtervorrat.

 

Goldwespe, Parasit

 

Die Goldwespe am Eingang zur Röhre, in der die Wespe ihr Nest hat

Im gleichen Röhrchen scheint auch schon die Mauerbiene genistet zu haben….

 

Die Mauerbiene am Eingang zu ihrem Nest, im Hintergrund die parasitierende Goldwespe

 

 

Geschrieben am: 29. April 2012 von Magdalena in Insektenhotel. 0 Kommentare.



Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 14 April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F2,8 | 1/200

 

Die Einbeere (Paris quadrifolia) ist neben dem Aronstab eine der Ausnahmen, die nicht die Kriterien der einkeimblättrigen Pflanzen erfüllt. Beide Arten haben netznervige Blätter und die Blüte der Einbeere ist vierzählig und nicht dreizählig. Dennoch gehört sie zu den Einkeimblättrigen. Ab und zu findet man auch Pflanzen mit 3,5 oder 6 Blättern statt 4.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10. April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm|

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10. April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm

 

Die Einbeere ist ein Frühblüher, den man vor allem in Laubwäldern findet. Sie blüht etwa ab April. Die Blüte sieht recht ungewöhnlich aus: Die Blütenhülle ist sehr unauffällig und läuft in grünen schmalen Blättchen aus. Auffällig ist der dicke rötliche Fruchtknoten, um den die Staubblätter stehen.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10 April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm

 

Die Vermehrung läuft owohl über ihre Beeren und Samen als auch über ihr Rhizom, das viele Ausläufer bildet. Die Frucht ist eine dicke blaue Beere.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10 April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm

 

Alle Teile der Pflanze sind giftig.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 14. April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/250

 

Literatur: Düll, Ruprecht und Kutzelnigg, Herfried (Hgg): Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim 2005, S. 346f.

Geschrieben am: 22. April 2012 von Magdalena in Artenportrait, Objektiv: Tamron 90mm, Pflanzen. 0 Kommentare.



Mittwoch, 18. April 2012 - klein & wollig

Motiv: Großer Wollschweber (Bombylius major), vom 1. April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F11 | 1/100

 

Wollschweber sind dicht pelzig¬† behaart, haben einen langen Saugrüssel¬† und gehören zu den Fliegen. Man findet sie im Frühling vor allem im lichten Wald.

 

Motiv: Großer Wollschweber (Bombylius major), vom 1. April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F6,3 | 1/125

 

Sie entwicklen sich parasitisch in Wildbienenvölkern. Dazu legt das Weibchen ihre Eier vor einem Bienennest ab und die Larven krabbeln ins Nest, in dem sie zunächst das Futter und später die Bienenlarven fressen.

 

Motiv: Großer Wollschweber (Bombylius major), vom 1. April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F6,3 | 1/320

 

Der häufigste Wollschweber ist der Große Wollschweber, Bombylius major.

 

Motiv: Wildbiene vom 1. April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F5,6 | 1/500

 

 

Geschrieben am: 18. April 2012 von Magdalena in Insekten, Objektiv: Tamron 90mm. 0 Kommentare.



Sonntag, 15. April 2012 - Gelbe Buschwindröschen

Motiv: Gelbes Buschwindröschen (Anemone ranunculoides), vom 10. April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm| F3,2 | 1/200

 

In manchen Auwäldern sind neben den massenhaft vorkommenden weißen Buschwindröschen (Anemone nemorosa) auch gelbe zu finden: Anemone ranunculoides. Sie blühen etwas später, ihr Blütenstiel ist kürzer und oftmals trägt eine Pflanze zwei und mehr Blüten.

 

Motiv: Gelbes Buschwindröschen (Anemone ranunculoides) mit Spinne, vom 1. April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F3,2 | 1/320




Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 157mm| F3,2 | 1/80

 

Erfreulicherweise konnte ich dieses Jahr noch einen weiteren Frühblüher fotografieren: Den hohlen Lerchensporn, Corydalis cava. Er gehört in die Familie der Erdrauchgewächse. Seinen Namen hat er aufgrund der im Alter hohlen Knolle. Die Knolle ermöglicht ihm wie vielen anderen Frühblühern ein sehr frühes Austreiben. Ebenfalls wie viele andere Frühblüher verschwindet diese Pflanze, sobald die Bäume ihre Blätter austreiben und es zunehmend dunkler auf dem Waldboden wird.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F6,3 | 1/25

 

Der Lerchensporn ist ein typischer Auwald- bzw. Laubwaldbewohner. Die Pflanze bildet einen Blütenstand mit bis zu 20 Blüten aus. Diese sind sehr komplex gebaut und innerhalb des Blütenstands auch verdreht bzw. ragen in unterschiedliche Richtungen, was das Fotografieren nicht erleichtert. Es kommen bei dieser Art sowohl weiße als auch purpurne Blüten vor.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), purpurne Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F3,5 | 1/60

 

Einige Hummeln beißen die Blüten seitlich an, um an den Nektar zu gelangen und vermeiden dadurch den etwas komplizierten Blütenaufbau. Die Blütezeit ist etwa von März bis April.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm| F6,3 | 1/60

 

Die Samen werden durch Ameisen verbreitet.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 157mm| F4,0 | 1/125

 

Vor einigen Jahren habe ich den viel zarter gebauten Gefingerten Lerchensporn (Corydalis solida) fotografiert. Die Blüten sind wesentlich zierlicher und haben eine leichte Tendenz ins lila, außerdem gibt es keine weiße Farbvariante.

 

Literatur: Ruprecht Düll / Herfried Kuuzelnigg (Hgg.): Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim 2005, S. 144ff.

Geschrieben am: 11. April 2012 von Magdalena in Artenportrait, Objektiv: Tamron 70-200mm, Objektiv: Tamron 90mm, Pflanzen. 0 Kommentare.



Samstag, 7. April 2012 - Probleme der Amphibien

Motiv: Erdkröte (Bufo bufo) mit Ameise vom 7. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/100

 

Nachdem ich am Wochenende die schönen Amphibienfotos gezeigt habe, ist es auch an der Zeit, auf die etwas weniger schönen Seiten hinzuweisen: Eine Auswahl an Krankheiten und Plagegeistern, die ich in dieser und der letzten Amphibiensaison dokumentieren konnte.
Der Tod auf der Straße dürfte wohl hinlänglich bekannt sein (ich werde keine zermatschten Kröten zeigen) und auch die Krötenfliege, deren Larven sich in der Kröte entwickeln.

Ich möchte mit diesem Post ein wenig für unsere Amphibien sensibilisieren. Manche überleben zwar den Weg über die Straße (kurzfristig), aber tragen doch auch Schäden davon, sterben dann an Entkräftung oder als leichte Beute.
Einige werden auf ganz „natürlichem“ Wege von z.B. Vögeln verletzt, manche landen auch direkt im Magen von Reiher, Storch usw. oder Ottern.
Im Zusammenhang mit Vögeln hier noch ein NABU-Link zu den explodierenden Kröten in Hamburg.

Die unterschiedlichen Beeinträchtigungen unterschiedlich stark und manche leben damit offenbar ganz gut…

Nun zu den einzelnen Fotos:

Hier dachte ich erst an eine pilzliche Infektion oder ähnliches beim Männchen am Rücken, aber ein Amphibienbeauftragter vom NABU konnte diese Befürchtung entkräften: Es handelt sich um eine heilende Wunde, vermutlich durch Vögel verursacht.

 

Motiv: Erdkrötenmännchen (Bufo bufo): heilende Wunde vom 22. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F5,6 | 1/60

 

Diese Kröte hat vermutlich nicht mehr lange gelebt. Sie erschien wie ein „Tennisball mit Beinen“, schwamm sehr unkoordiniert, konnte den Kopf fast nicht über Wasser halten und war unglaublich aufgebläht. Der Amphibienbeauftrage hatte als Erklärung ein Bruch des Rückgrads, vielleicht durch eine Autobegegnung.

 

Motiv: Erdkrötemit (Bufo bufo) gebrochenem Rückgrad vom 22. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F5 | 1/320

 

Hier bin ich mir nicht sicher, da einige Stellen aber auch ähnlich aufgebläht sind und sie Probleme mit dem Schwimmen hatte, nehme ich einen Bruch der Beine oder ähnliches an.

 

Motiv: Erdkröte (Bufo bufo) mit vermutl. gebrochenen Knochen vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F6,3 | 1/100

 

Ein offenbar auf einem Auge erblindeter Frosch von letztem Jahr. Er hat mich lange nicht bemerkt und tauchte erst ab, als direkt neben ihm recht stürmisch ein anderer Frosch ob meiner Anwesenheit abtauchte. Ich bezweifle, dass er lange gelebt hat, denn wäre an meiner Stelle ein Storch, dann sieht er den ja auch nicht…

Motiv: Grasfrosch (Rana temporaria) mit einem blinden Auge vom 18. März 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F5 | 1/125

 

Ein einäugiger Laubfrosch. Hier ist das ganze Auge verloren gegangen. Erstaunlicherweise sprang er nach wie vor sehr zielsicher – ich dachte immer, man braucht zum Anvisieren und richtig landen usw. zwei Augen?

 

Motiv: einäugiger Laubfrosch (Hyla arborea) vom 23. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4 | 1/250

 

Eine Fliege (wohl nicht die Krötengoldfliege) belästigt dieses Pärchen. Die Kröte hat mit der Pfote versucht, sie abzuwimmeln, aber sie hat sich nicht beeindruckt gezeigt. Da sie leckende und nicht stechende Mundwerkzeuge hat, nimmt sie vielleicht Mineralien auf? Ein nicht so schlimmer Fall, aber lästig allemal!

 

Motiv: Erdkröte (Bufo bufo) mit (gewöhnlicher) Fliege vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/50

 

Motiv: Erdkröte (Bufo bufo) mit (gewöhnlicher) Fliege vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/50

 

Eine gemeine Stechmücke, schon voll Blut! Und die Kröten haben keinerlei Chancen, das Tier loszuwerden…

 

Motiv: Erdkröte (Bufo bufo) mit Stechmücke vom 1. April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/50

 

Abschließend noch ein Hinweis, der auch vom NABU kommt: Eine einzelne Kröte unter 50 mit einem solchen Problem ist noch nicht tragisch. Aber wenn auf einmal sehr viele Tiere die gleichen Symptome zeigen, sollte man der Sache doch nachgehen oder zumindest NABU/BUND/usw. informieren / um Rat bitten.




Mittwoch, 4. April 2012 - Die Lieblingskröte

Motiv: Erdkröte (Bufo bufo) vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4 | 1/60

Geschrieben am: 4. April 2012 von Magdalena in Amphibien u. Reptilien, Objektiv: Tamron 70-200mm. 0 Kommentare.



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