Samstag, 29. September 2012 - Gemeine Schmutzbecherlinge

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 35 Fotos, F5,6

 

Der Gemeine Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans) ist ein Pilz, der bevorzugt auf frischen liegenden Stämme von Eiche wächst. Er tritt nicht als Holzschädling auf. Den deutschen Namen „Schmutzbecherling“ trägt er, weil das Sporenpulver bei Berührung schwarz färbt. Zu Beginn der Entwicklung sieht man nur wenig schwarz, sondern die Außenseite der kugeligen / vasenförmigen Jungstadien ist braun gefleckt. Für mich ist dies das schönste Stadium, da sowohl die Außenseite attraktiv ist, die kugelige Form schön ist und es auch schon Einblick auf die farbenfrohe Innenseite gibt. In der weiteren Entwicklung öffnet sich der Pilz zunehmend, bis in der Draufsicht nur noch die dunkle Oberfläche zu sehen ist (feucht: glänzend / trocken: matt), um an Ende der Entwicklung zu verschrumpeln. Der Schmutzbecherling ist ca. 1-4cm breit und wächst von September bis März. Er entwickelt sich sehr schnell – bei einem weiteren Besuch einige Tage später waren bereits alle Fruchtkörper zusammengefallen.

 

Junges Stadium; im Vergleich zu den „großen“ Riffeln in der Eichenborke sieht man, wie klein die Pilze sind:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/15

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 176 Fotos, F5,6

 

Mittleres Stadium, die „Kugeln“ öffnen sich:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans) vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 58 Fotos, F5,6

 

Verschiedene Stadien parallel:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), mehrere Entwicklungsstadien, vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 75 Fotos, F5,6

 

Ein alter, in sich zusammenfallender Schmutzbecherling:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), altes Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 30 Fotos, F5,6

 

Ich nutzte die Schmutzbecherlinge als Motiv zum Stacken, da auch stark abgeblendet die Schärfentiefe nicht für den ganzen Pilz inkl. Rinde reichte. Als alternatives Bildergebnis zum¬† Vergleich noch eine Aufnahme mit Offenblende:

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/6

Geschrieben am: 29. September 2012 von Magdalena in Artenportrait, DFF, Pilze. 0 Kommentare.



Mittwoch, 26. September 2012 - Schlupfwespen

Motiv: Schlupfwespe vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/400

 

Motiv: Schlupfwespe vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/50

 

Schlupfwespen (Familie: Ichneumonidae) sind eine hoch interessante Insektengruppe, deren Bestimmung anhand von Fotos praktisch unmöglich ist (und auch sonst sehr schwierig). Vor etwa zwei Jahren gab es schonmal einen Post über diese Tiere, daher nur eine kurze Zusammenfassung und neue Fotos: Mit ihren Fühlern ertasten sie über der Baumrinde, wo sich Käferlarven finden und bohren dann mit dem Legebohrer durchs Holz, bis sie auf die Larve treffen und ein Ei ablegen – die Schlupfwespenlarve ernährt sich parasitisch. Die Tiere zu fotografieren ist ziemlich schwierig: Sie sind sehr schreckhaft und im Wald ist es außerdem meist vergleichsweise dunkel, was oft lange Belichtungszeiten mit sich bringt, die aber für eine scharfe Abbildung sehr hinderlich sind. Diese Fotos entstanden alle auf Eichenholz und zeigen mindestens drei verschiedene Arten, die sich in erster Linie in der Größe (1,5 – 3cm ohne Legebohrer und Fühler) unterschieden.

 

Motiv: Schlupfwespe bei der Eiablage vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/160

 

Kurz vor und nach der Eiablage kann man den eigentlichen Legebohrer sehen, der nochmals in einer Legescheide geschützt ist:

 

Motiv: Schlupfwespe vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/200

 

Der Legebohrer „bohrt“ sich im wahrsten Sinne des Wortes ins Holz, die Wespe läuft dabei im Kreis:

 

Motiv: Schlupfwespe bei der Eiablage vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm

 

Manchmal wird er nach der Eiablage gesäubert, in dem die Schlupfwespe ihn durch ihre Beine zieht:

 

Motiv: Schlupfwespe beim Säubern des Legebohrers vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5 | 1/80

 

Motiv: Schlupfwespe vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/80

Geschrieben am: 26. September 2012 von Magdalena in Insekten, Objektiv: Tamron 90mm, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Samstag, 22. September 2012 - DFF in der Naturfotografie

Motiv: Peristom einer Nepentheskanne vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Retro | DFF aus 65 Fotos

 

Was bedeutet DFF? DFF ist eine Abkürzung und steht für Deep Focus Fusion (Synonym: Stacking) und ermöglicht eine nahezu beliebige Erweiterung des Schärfentiefenbereichs. Dazu werden viele Fotos mit langsam über das Motiv wanderndem Schärfepunkt gemacht und diese in einem Computerprogramm zusammengerechnet. Die Fotos können beispielsweise vom kostenlos herunterzuladenden Programm CombineZP verrechnet werden.

Voraussetzung für DFF ist ein Stativ und optimal ein Makroschlitten. Außerdem sollte sich das Motiv möglichst wenig bewegen. Gerade in der Makro- und Mikrofotografie gibt es oft das Problem, dass auch abgeblendet die Schärfentiefe nicht für das ganze Motiv reicht, ganz unabhängig von der auftretenden Beugungsunschärfe, die nicht stören muss. Bei sehr großen Abbildundsmaßstäben (ABM) und sehr kleinen Motiven wird der Schärfentiefenbereich physikalisch bedingt immer geringer.

Auch wenn bei guter Ausrichtung und stark abgeblendet der Schärfebereich (fast) für das ganze Motiv reicht, ist im direkten Vergleich oft der Stack überzeugender, v.a. wenn es um Details geht.

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | oben: F16 | unten: DFF aus 75 Fotos, F5,6

 

Wichtig für das Zusammenrechnen der Fotos ist ein sich überlappender Schärfebereich, sonst gibt es schnell Artefakte. In der Praxis heißt das: maximaler Vorschub von Foto zu Foto sind oft 0,5mm oder weniger – das muss man vorher austesten. Bei Arbeiten mit einem Objektiv in Retrostellung (das Objektiv wird dabei mit einem Adapter „falsch“ herum an der Kamera befestigt und wirkt dann wie eine starke Vergrößerungslinse) ist der Schärfebereich noch wesentlich kleiner! Es empfiehlt sich zwecks Bildqualität beim Stacking nicht zu sehr abzublenden. Mit F11 braucht man zwar wesentlich weniger Fotos, aber die Qualität ist mit vielen Fotos und z.B. F5,6 besser. Da kommen schnell große Bildmassen von über 100 Fotos nur für später 1 Foto zusammen!

Die Menge der Fotos hängt auch immer von der Tiefe des Motivs ab, hier reichten z.B. bereits sehr wenige Aufnahmen, um eine durchgehende Schärfe zu erreichen:

 

Motiv: Peristom einer Nepentheskanne vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Retro | DFF aus 9 Fotos

 

In der Naturfotografie kann DFF in Grenzen eingesetzt werden. Bewegte Motive eignen sich überhaupt nicht, das Licht sollte konstant sein und meist wird es bei sehr kleinen Motiven angewandt (bei großen reicht ein starkes Abblenden ja oft aus). Beispiele sind Details in Rindenstrukturen oder (Baum)pilze.

 

Motiv: Rindendetail vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 32 Fotos, F5,6

 

Es gibt außerdem die Möglichkeit, DFF dann einzusetzen, wenn man einen ruhigen Hintergrund bei gleichzeitig großer Schärfentiefe möchte. Ein Stack bei F4 oder F5,6 schafft einen ruhigen Hintergrund und ermöglicht dennoch eine vollständige Schärfentiefe. Als Beispiel ein Sonnentaublatt, das so aus dem störenden Umfeld hervorgehoben wurde. Die Vergleichsfoto zeigen, dass auch bei guter Ausrichtung der Schärfebereich (logischerweise) viel geringer ist und ganz andere Fotos entstehen, bei denen der gezielte Einsatz der knappen Schärfentiefe auch sehr reizvoll sein kann. Bei F16 würde der Hintergrund sehr grob strukturiert werden.

 

Motiv: Sonnentau vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 / F4 / DFF aus 32 Fotos F4,5

 

Oft ergeben sich im großen ABM schöne Farben-und-Formen-Fotos, bei denen bei der Entstehung Unbeteiligte oft nicht genau wissen, was sie eigentlich sehen.

 

Motiv: Details eines Eichenstamms vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 49 Fotos, F5,6

 

Motiv: Details eines Eichenstamms vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 50 Fotos, F5,6

 

Geschrieben am: 22. September 2012 von Magdalena in DFF, Farben und Formen, Objektiv: Tamron 90mm, Wissenswertes. 1 Kommentar.



Donnerstag, 20. September 2012 - Die Hüterin der Regenbogenbrücke

Motiv: Herbstpinne (Metellina segmentata) vom 20. September 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/160

Geschrieben am: 20. September 2012 von Magdalena in Objektiv: Tamron 90mm. 0 Kommentare.



Samstag, 15. September 2012 - Der Herbst kommt

Motiv: Toter Nachtfalter vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F16 | 3,2sek.

 

…und mit dem Herbst für die meisten adulten Insekten auch der Tod. Wenn sie bisher nicht von Vögeln, Grabwespen oder Spinnen gefangen wurden, dann sterben sie nun einen Alterstod oder in kalten Nächten. Die meisten Insekten überwintern als Ei, Larve oder Puppe.

 

Motiv: Toter Nachtfalter vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F16 | 1sek. | HDR

Geschrieben am: 15. September 2012 von Magdalena in HDR, Insekten, Objektiv: Tamron 90mm, Schwarzweiß. 0 Kommentare.



Mittwoch, 12. September 2012 - Spinnen-Taxis
Das klassische Spinnen-Taxi: ein Mama-Taxi.
Weibliche Wolfspinnen tragen zunächst den Eikokon mit sich. Wenn die Jungen schlüpfen, werden sie einige Tage auf dem Rücken der Mutter getragen und beschützt, während sie das Dotter-Material des Kokons fressen. Mit diesem Start werden sie dann ins eigenständige Leben entlassen.

Motiv: Wolfspinne (Pardosa spec.) mit Jungtieren auf dem Rücken vom 7. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 90mm | F4,0 | 1/100

Auf der Suche nach genau solch einem Spinnen-Taxi sah ich einen auffallenden roten Punkt über den Weg flitzen, zu dem auch eine Spinne (ebenfalls eine Wolfspinne) gehörte – sozusagen mit fahrbarem Untersatz.
Hier handelt es sich weniger um ein Mama-Taxi, als vielmehr um ein Milben-Taxi. Einige Milben lassen sich von ihrem Wirt lediglich transportieren, andere parasitieren ihn und saugen an ihm.

Motiv: Wolfspinne (Pardosa spec.) mit Milbe vom 6. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/125

Geschrieben am: 12. September 2012 von Magdalena in Objektiv: Tamron 90mm, Spinnen und Spinnennetze, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Samstag, 8. September 2012 - Kreuzspinnen

Motiv: Kreuzspinne vom 22. September 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm |

 

Besonders die Kreuzspinne gehört für mich zu den Spätommer- und Herbstboten. Auf einmal findet man überall die großen Netze mit den vergleichsweise kleinen und „dicken“ Spinnen im Zentrum. Die namensgebende kreuzähnliche Zeichnung auf dem Hinterleib macht sie unverkennbar.

 

Motiv: Kreuzspinne vom 17. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/40

 

Motiv: Kreuzspinne vom 17. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/50

 

Eindeutig zu erkennende Motive wie Spinnen eignen sich auch für defokussierte Fotos, die keineswegs verwackelt sondern bewusst zu einem bestimmten Grad der Unschärfe defokussiert werden. Bei diesem Foto sind auch die Strukturen des Spinnennetzes erhalten geblieben, sodass die Spinne nicht völlig haltlos ist.

 

Motiv: Kreuzspinne vom 17. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/50

Geschrieben am: 8. September 2012 von Magdalena in Farben und Formen, Objektiv: Tamron 90mm, Spinnen und Spinnennetze. 0 Kommentare.



Mittwoch, 5. September 2012 - ~schwerelos~

Motiv: Kleine Fliege Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) vom 20. Juni 2010
Aufnahmedaten: Canon400D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/160

 

eine kleine Fliegen im Samenstand des Wiesen-Bocksbarts.

 

Motiv: Kleine Fliege Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) vom 20. Juni 2010
Aufnahmedaten: Canon400D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/320

Geschrieben am: 5. September 2012 von Magdalena in Insekten, Objektiv: Tamron 90mm. 0 Kommentare.



Samstag, 1. September 2012 - Die Langflügelige Schwertschrecke

Motiv: Männchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/160

 

Die Langflügelige Schwertschrecke (Conocephalus discolor) gehört zu den Langfühlerschrecken: Die Fühler sind ca. dreimal so lang wie der Körper! Im Unterschied zur Kurzflügeligen Schwertschrecke reichen die Flügel beim adulten Tier über das Abdomen hinaus. Mit jeder Häutung werden die Flügel länger. Die Weibchen haben eine deutlich sichtbare Legeröhre.

 

Motiv: Weibchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/80

 

Ein weiterse Kennzeichen ist der hell eingefasste fast schwarze Rückstreifen, der vor allem bei den jungen Larven sehr auffallend und ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal ist.

 

Motiv: Weibliche Larve der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), von 2007

 

Man findet adulte Tiere ab Ende Juli bis Oktober in Feuchtgebieten, Sumpfwiesen und Ufern. Im Schilf um unseren Teich bewegen sie sich sicher zwischen den Streckerspinnen und strecken sich vergleichbar auf der anderen Seite des Halmes, um nicht entdeckt zu werden.

 

Motiv: Weibchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/100

 

Motiv: Weibchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/60

Geschrieben am: 1. September 2012 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Objektiv: Tamron 90mm. 0 Kommentare.



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