Samstag, 29. November 2014 - Frostspanner

Zwei Tarntiere

 

Auf unseren Spaziergängen durch den Wald halten wir auch immer wieder Ausschau nach „Tarntieren“. Und wir wurden fündig. Im oberen Bild haben sich gleich zwei Wirbellose versteckt:

Weberknecht

 

und:

Flugunfähiges Frostspannerweibchen

 

Zunächst links oben ein Weberknecht – vielleicht besser getarnt, aber irgendwie auch bekannt. Und dann rechts unten etwas auffallender ein, ja, was denn? Ein komisches dickliches Tier. Das Weibchen eines Frostspanners (Operophtera),¬† wahrscheinlich¬†Agriopis aurantiaria /Orangegelber Frostspanner haben eine hoch interessante Biologie. Zuallererst fällt der ausgeprägte Sexualdimorphismus auf, dass also Weibchen und Männchen sehr unterschiedlich aussehen: Das Weibchen ist flugunfähig und dick, das Männchen entspricht dagegen schon eher der allgemeinen Vorstellung eines Falters:

Frostspannermännchen

 

Da das Weibchen flugunfähig ist, kann es ja die Eier nicht im ganzen Wald verteilen. Und damit nicht an Ort und Stelle lauter neue flugunfähige Weibchen und flugfähige Männchen schlüpfen, die dann ein Leben lang den immer gleichen Baum kahl fressern, müssen sich eben die Raupen fortbewegen. Frisch geschlüpft spinnen sie einen dünnen Faden und lassen sich vom Wind mitnehmen, ähnlich Spinnen. Mit Glück bleiben sie dann an einer Futterpflanze haften. Die Eier werden in Rindenritzen abgelegt. Die Raupen schlüpfen im Frühjahr, fliegen durch die Lande und fressen dann junge Blätter ihrer Wirtsbäume. Daher gilt der Frostspanner auch als Forstschädling, da er die Bäume (Ahorn, Buche, Hainbuche und andere Laubbäume) regelrecht kahlfressen kann. Zur Bekämpfung werden Leimringe ausgebracht, an denen die Weibchen kleben bleiben und dort ihre Eier ablegen und welche dann wieder entfernt werden. Die Verpuppung erfolgt im Boden und die adulten Tiere, die übrigens keine Mundwerkzeuge und somit nur eine sehr kurze Lebensdauer als Falter haben, erscheinen oft erst nach dem ersten Frost. Das erklärt, warum wir im November so viele von ihnen fanden.

Frostspannermännchen

Geschrieben am: 29. November 2014 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Spinnen und Spinnennetze, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Mittwoch, 26. November 2014 - Herbstkringel

In Erinnerung an den Frühlingskringel nun also auch die herbstliche Variante:

Herbstkringel

Geschrieben am: 26. November 2014 von Magdalena in Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Samstag, 22. November 2014 - butzbutz

viele Butzen

 

In Nürnberg sind wir immer wieder Butzenscheiben begegnet. Da ich mich dieses Jahr v.a. an den Formen und Strukturen erfreut habe, waren die Butzenscheiben natürlich ein willkommenes Motiv und auch bestens geeignet für schwarzweiß. Und so habe ich viele Flaschenböden, Schattenwürfe und vergrößerte Butzenscheiben mit Freude aufgenommen:

Schatten-Licht-Wurf

 

butzige Vergrößerung

Geschrieben am: 22. November 2014 von Magdalena in Farben und Formen, Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Mittwoch, 19. November 2014 - Kaffee & Musik

Kaffeepause

 

So ein Foto-Städte-Bummel-Urlaub darf natürlich nicht ohne ausreichende Pausen mit Kaffee und Kuchen ablaufen. Umso schöner, wenn dann ein Klavier das Caf√© ziert.

Der Pianist

 

altertümlich

Geschrieben am: 19. November 2014 von Magdalena in Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Samstag, 15. November 2014 - Hinterhoftreppe

|-|Stop

 

Hinterhöfe sind motivreich und spannend! Bei Steingräber in Bayreuth spannt sich ein wunderbares Dach über den Hof. Und etwas versteckt findet man eine unansehlich erscheinende und wenig einaldende, kleine, zwischen Regenrinne, Eimern und Besen eingezwängte Treppe.

Hinterhoftreppe

 

Davon ließ ich mich nicht abschrecken – es handelte sich schließlich um eine Wendeltreppe! 😉 Dass sich ein zweiter Blick lohnt, zeigt das folgende Ergebnis:

Wendeltreppe

Geschrieben am: 15. November 2014 von Magdalena in Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Mittwoch, 12. November 2014 - Fränkische Treppen

Laubstufen

 

Neben Türklopfern, Fensterläden und Schnörkeln haben es mir vor allem Treppen angetan. Ich weiß nicht, warum. Wendeltreppen eignen sich oft besondesr gut als Motiv, aber auch „normale“ gerade Treppen sind reizvoll. Und sie sind überall! In jeder Stadt, beinahe in jeder Straße findet man Treppen. Und mit ihnen immer neue Motive: die Treppe an sich, der Schattenwurf der Stufen, ein Bepflanzung am Rand, schnörkelige Geländer oder auch einfach nur schmucklos symmetrische Stufen.

Würzburg

 

Rund um den Bamberger Dom und die Neue Residenz gibt es Treppen mit allem drum und dran – mit Fenstern, Licht und Symmetrie.

Neue Residenz

 

Neue Residenz Bamberg

Bereits auf dem Blog gezeigt und noch von 2012, aber nach wie vor eines meiner liebsten Treppenfotos und daher zeige ich es gerne nochmal:

Treppe

Geschrieben am: 12. November 2014 von Magdalena in Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Samstag, 8. November 2014 - Gloria omnibus

Gloria omnibus

 

Ein Frankenbesuch geht natürlich nicht ohne ausführlichen Kirchenbesuch! Wir waren in den unterschiedlichsten Kirchen (Bamberger Dom, St. Stephan, Unsere liebe Frau, Frauenkirche Nürnberg, St. Sebaldus, usw. – nur die Michaelskriche in Bamberg war leider bei beiden Besuchen wegen Restaurationsarbeiten geschlossen). Kirchenansichten von außen gibt es auf Postkarten zur Genüge, außerdem sind auf meinen Fotos immer Leute oder Autos oder stürzende Linien, also zeige ich nur Innenansichten. Und da der Blick auf den Altar mit vielen handy-fotografierenden Touristen davor (ich war ja auch einer, nur ohne Handy…) auch nicht so ansehlich ist, gibt es wie schon im letzten Post vor allem irgendwelche Details, bei denen die Zuordnung zur Kirche letztlich auch unwichtig ist.

Kirchenbank

 

Meist sind in einer Kirche andächtige Stille, gedämpftes Licht und viel hoher leerer Raum zu erwarten:

Säulenkonstruktion

 

Blick nach oben

 

Nicht so hier: Der Raum ist gut befüllt, die Kirche bestens ausgeleuchtet und überall hämmert, bohrt und sägt es. Wahrscheinlich blieben auch einige Handerwerker-Fluche nicht aus…

Gerüste in der Kirche

 

Aber auch in Kirchen, in denen gerade keine Handwerker unterwegs sind, haben sich Elemente der modernen Zivilisation eingeschlichen – mag die Türe noch so alt sein:

Notfall

 

Geheimnisvoller Faden

 

Immer wieder schön sind die Kirchenfenster (ich persönlich mag auch die nicht-bunten, die keine biblische Szene darstellen, sehr) und auch die dadurch entstehenden Lichteinfällt.

Kirchenfenster

 

Säulenlicht

 

Und sowieso gefallen mir auch überall Schnörkel…

Schnörkel

 

Schnörkel-Geländer

Geschrieben am: 8. November 2014 von Magdalena in Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Mittwoch, 5. November 2014 - Von Türen und Klopfern

 

VORSICHT STUFE

 

Bereits 2012 machten wir eine kleine fränkische Städtetour (Würzburg, Bamberg, Nürnberg), die nun ähnlich wiederholt wurde (Nürnberg, Bamberg, Bayreuth). Irgendwie kam es nie dazu, dass ich die 2012 entstandenen Fotos bloggte und so wird dies nun gemeinsam mit den neuen Fotos nachgeholt. Weder chronologisch noch regional geordnet, sondern so gut es geht thematisch. Da ich ja vor zwei Jahren bereits viele „so-sieht-es-hier-aus“-Fotos erstellt hatte, konnte ich mich nun beim zweiten Besuch auf unscheinbare Details, Farben und Formen konzentrieren. Da ich außerdem nicht allein reiste, die Fotografie nicht im Vordergrund stand und ich aus verschiedenen Gründen eigentlich nur das 35er nutzte (was durchaus auch reizvoll ist und in gewisser Weise die Kreativität steigert, wenn man nicht alles zur Verfügung hat) und mich an der Schwarz-Weiß-Fotografie erfreute, entstanden von den gleichen Orten ganz neue Fotos. Und da das Internet schon platzt vor lauter „so-sieht-es-hier-aus“-Fotos, veröffentliche ich die auch jetzt nicht, sondern zeige nur „komische“ Fotos von beispielsweise Türklopfern.

Ring

 

An Türen sind nicht nur Klopfer zu finden:

Nürnberger Türknöpfe

 

grünes Bayreuth

 

Bamberger Säulen

 

Nach den großen Türen folgen imposante Gänge und es erstaunt, wie dick die Mauern zum Schutz der Burgen waren:

Mauern wie ein Tunnel

 

dicke Mauern

 

Wo es Türen gibt, gibt es auch Fenster 😉

holzbraun-steinbraun

 

 

Und es geht nicht immer ohne Verbote, sonst kommt man ja auch nicht mehr zur Tür hinein.

Anstellen von Fahrrädern verboten

 

Schlussendlich weigern sich manche Türen ihrer eigentlichen Bestimmung und öffnen sich nur an anderer Stelle.

 




Sonntag, 2. November 2014 - Zu Besuch beim Apfelweibla

Apfelweibla

 

In Bamberg lebt das Apfelweibla. Das Apfelweibla ist ein schöner Türknauf, den ich nun zum wiederholten Male besuchte (wenn man in Bamberg ist, muss man einfach das Apfelweibla besuchen 🙂 ) und der den Anfang einiger Blogposts zu fränkischen Mitbringseln sein soll.

Das Apfelweibla bekam seine Bekanntheit durch ETA Hoffmann, der ihm in Der g0ldne Topf Leben einhaucht (und es allerdings nach Dresden versetzt): Da stand er und schaute den großen schönen bronzenen Türklopfer an; aber als er nun auf den letzten die Luft mit mächtigem Klange durchbebenden Schlag der Turmuhr an der Kreuzkirche den Türklopfer ergreifen wollte, da verzog sich das metallene Gesicht im ekelhaften Spiel blauglühender Lichtblicke zum grinsenden Lächeln. Ach! es war ja das Äpfelweib vom Schwarzen Tor!‚Äú (ETA Hoffmann: Der goldne Topf, Stuttgart 2004, S. 20).

 

Apfelweibla

Geschrieben am: 2. November 2014 von Magdalena in Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



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