Samstag, 29. November 2014 - Frostspanner

Zwei Tarntiere

 

Auf unseren Spaziergängen durch den Wald halten wir auch immer wieder Ausschau nach „Tarntieren“. Und wir wurden fündig. Im oberen Bild haben sich gleich zwei Wirbellose versteckt:

Weberknecht

 

und:

Flugunfähiges Frostspannerweibchen

 

Zunächst links oben ein Weberknecht – vielleicht besser getarnt, aber irgendwie auch bekannt. Und dann rechts unten etwas auffallender ein, ja, was denn? Ein komisches dickliches Tier. Das Weibchen eines Frostspanners (Operophtera),¬† wahrscheinlich¬†Agriopis aurantiaria /Orangegelber Frostspanner haben eine hoch interessante Biologie. Zuallererst fällt der ausgeprägte Sexualdimorphismus auf, dass also Weibchen und Männchen sehr unterschiedlich aussehen: Das Weibchen ist flugunfähig und dick, das Männchen entspricht dagegen schon eher der allgemeinen Vorstellung eines Falters:

Frostspannermännchen

 

Da das Weibchen flugunfähig ist, kann es ja die Eier nicht im ganzen Wald verteilen. Und damit nicht an Ort und Stelle lauter neue flugunfähige Weibchen und flugfähige Männchen schlüpfen, die dann ein Leben lang den immer gleichen Baum kahl fressern, müssen sich eben die Raupen fortbewegen. Frisch geschlüpft spinnen sie einen dünnen Faden und lassen sich vom Wind mitnehmen, ähnlich Spinnen. Mit Glück bleiben sie dann an einer Futterpflanze haften. Die Eier werden in Rindenritzen abgelegt. Die Raupen schlüpfen im Frühjahr, fliegen durch die Lande und fressen dann junge Blätter ihrer Wirtsbäume. Daher gilt der Frostspanner auch als Forstschädling, da er die Bäume (Ahorn, Buche, Hainbuche und andere Laubbäume) regelrecht kahlfressen kann. Zur Bekämpfung werden Leimringe ausgebracht, an denen die Weibchen kleben bleiben und dort ihre Eier ablegen und welche dann wieder entfernt werden. Die Verpuppung erfolgt im Boden und die adulten Tiere, die übrigens keine Mundwerkzeuge und somit nur eine sehr kurze Lebensdauer als Falter haben, erscheinen oft erst nach dem ersten Frost. Das erklärt, warum wir im November so viele von ihnen fanden.

Frostspannermännchen

Geschrieben am: 29. November 2014 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Spinnen und Spinnennetze, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Donnerstag, 2. Oktober 2014 - Spiranthes spiralis – Herbst-Drehwurz

Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis)

 

Anfang September im Karwendel hatte ich unverhofft meine erste und bisher einzige Begegnung mit der zierlichen Orchidee Spiranthes spiralis, der Herbst-Drehwurz. Bisher kannte ich sie nur aus Büchern und Internet und fand sie immer faszinierend schön mit ihren nach oben hin spiralig aufgewundenen Blüten. Dass es sich um ein zierliches Pflänzlein handelt, war irgendwie aus all den Fotos ersichtlich – dass sie aber SO zierlich und klein (um nicht zu sagen winzig) und schmächtig und fast zu übersehen war, hat mich dann doch überrascht. Die Gesamtpflanze erreicht maximal etwa 20cm, meist weniger. Eher zufällig fanden wir erst eine, dann zwei und dann plötzlich ganz viele dieser Pflanzen nahe einem Moor auf einem kurzgeschnittenen Stück Wiese. Fotografisch ist dieser Kurzschnitt wenig ansprechend, die kleinen Blütenstände schauen irgendwie aus dem Gras heraus, es lassen sich keine Hintergrundstrukturen, kaum Farbverläufe usw. erzeugen. Und da wir mit dem Licht auch nicht viel Glück hatten, gab es auch keine Reflexe. Teilweise nur wenige cm neben den Orchideen war nicht gemäht und stand eine wunderschöne Streuwiese, doch in diesem fotogenen Umfeld fanden wir praktisch keine Pflanze. Zu Hause ins Buch geschaut, fanden wir die Erklärung: „Kaum eine Art hat so große Rückgänge hinnehmen müssen wie S. spiralis. Ursache ist weniger das Fehlen von Biotopen als deren ungeeignete Pflege, da die Art besonders konkurrenzschwach ist und nur in extrem ‚kurzgefresseren‘ Vegetation gedeiht.“ (Kretzschmar, Horst: Die Orchideen Deutschlands und angrenzender Länder finden und bestimmen, Wiebelsheim 2008, S. 237).

Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis)

 

Entgegen ihrem Namen „Drehwurz“ sind die Exemplare unterschiedlich stark gedreht. Manche umlaufen mit ihren Blüten mehrfach den Blütenstiel, andere bleiben fast einseitwendig. S. spiralis blüht bis in den Oktober hinein, recht spät für eine Orchidee. Passend dazu hat sie einen insgesamt etwas verschobenen Vegetationszyklus: Während der Blütezeit entwickelt sich neben den Blütenstengeln die nächstjährige Rosette, die den Winter über besteht, dann abstirbt und aus deren Zentrum im Spätsommer wiederum neue Blüten entstehen.

Nicht gefunden haben wir die Sommer-Drehwurz S. aestivalis, deren reinweiße Blüten einen deutlichen Abstand voneinander haben (die Blüten von S. spiralis haben eine grüne Lippe).

Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis)

Geschrieben am: 2. Oktober 2014 von Magdalena in Artenportrait, Pflanzen. 0 Kommentare.



Dienstag, 8. Juli 2014 - Gelbbauchunke – Lurch des Jahres 2014

Gelbbauchunke (Bombina variegata) - "Krokodil"

 

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist im Vergleich mit Fröschen und Erdkröten mit einer Körperlänge von 3,5-5,5cm ein eher kleiner Lurch mit wunderschönen herzförmigen Pupillen. Ihre Oberseite ist schlicht graubraun gefärbt und mit schwarzen Hornstacheln besetzt. Die Unterseite ist dagegen leuchtend gelb mit schwarzen Flecken gefärbt. Das Gelb (entsprechend das Rot der Rotbauchunke) ist wie beispielsweise auch beim Salamander eine Warnfarbe. Die Unken verfolgen die Taktik „erst tarnen, dann warnen“ – mit ihrer unauffälligen Oberseite sind die Tiere hervorragend in den lehmigen Gewässern getarnt, aus denen oft (erinnert mich immer an ein Krokodil) nur die Nasenlöcher und Augen herausschauen. Kommt ihnen ein Feind dann doch zu nahe und ist eine Flucht nicht mehr möglich oder erscheint nicht mehr sinnvoll, gehen sie in die sogenannte Kahnstellung: Die Unke bildet ein Hohlkreuz und zeigt dabei die giftig leuchtende Unterseite.

 

Schlammbad: Verwirbelungen beim Schwimmen

 

Sowohl Rot- als auch Gelbbauchunken sind stark gefährdet. Da die Gelbbauchunke ihren Verbreitungsschwerpunkt in Mittel- und Süddeutschland hat und auch in den Mittelgebirgen zu finden ist, trägt sie den deutschen Zweitnamen „Bergunke“ – die Rotbauchunke entsprechend ihrer nordöstlichen Verbreitung „Tieflandunke“, was wissenschaftlich nicht ganz korrekt ist. Denn die Gelbbauchunke findet sich innerhalb ihrer Verbreitung in Süddeutschland auch in den „tiefländischen“ Bereichen.

 

Gelbbauchunke (Bombina variegata) im Lebensraum

 

Gelbbauchunke zwischen Gräsern versteckt

 

Gelbbauchunken haben einen sehr schönen, leisen Ruf, der ohne Schallblasen entsteht, sondern inspiratorisch, wenn die Luft beim Einatmen durch den Kehlkopf in die Lungen strömt. Im Gegensatz dazu haben Rotbauchunken innere kehlständige Schallblasen. Trotz dieser unterschiedlichen Lauterzeugung klingen die Rufe („Unkengeläut“) erstaunlich ähnlich und sind vor allem im „Chor“ sehr schön und leicht traurig, klagend anmutend.

 

Lebensraum Steinbruch

 

Gelbbauchunken zählen zu den deutlich tagaktiven Amphibien und sind auch an Land äußerst flink – sie können sowohl gut krabbeln als auch hüpfen. Diese Fähigkeit ist für sie sehr wichtig, da sie bevorzugt Temporärgewässer besiedeln und damit auf mehrere Wanderungen im Jahr angewiesen sind: immer dann, wenn ihre Pfütze / Graben / Fahrspur (daher sind auch Steinbrüche oder Truppenübungsplätze typische Habitate) austrocknen, verlassen sie den Standort und suchen sich eine neue Pfütze. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie keine feste Laichzeit wie z.B. Erdkröten oder Grasfrösche haben, sondern bis in den Sommer hinein immer wieder laichen können. Die Kaulquappen erreichen dabei eine erstaunliche Größe von 16mm, was angesichts der Größe einer adulten Unke doch recht viel ist.

 

Jede Pfütze wird angenommen, auch im Bagger

Geschrieben am: 8. Juli 2014 von Magdalena in Amphibien u. Reptilien, Artenportrait, Stadt / Zivilisation, Wissenswertes. 2 Kommentare.



Ein Artenportrait

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus), vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/1000

 

Libellen-Schmetterlingshafte gehören für mich zu den schönsten und faszinierendsten Insekten, die ich kenne.

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus), vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F2,8 | 1/60

 

Entgegen ihrem Namen handelt es sich dabei weder um Libellen noch um Schmetterlinge, die einzige Gemeinsamkeit ist ihre Zugehörigkeit zu den Insekten. Schmetterlingshafte werden in die Familie der Netzflügler eingeordnet. Die schwarzen Flügeladern sind im durchsichtigen Teil der Flügel deutlich zu erkennen, ein Teil der Flügel ist gelb gefärbt. Die langen Fühler sind an ihrer Spitze charakteristisch verdickt. Schmetterlingshafte fliegen ab April/Mai bis in den Juli und lieben die Sonne – was es dieses Jahr besonders schwierig macht, sie zu finden. Vielleicht ist auch ihre Entwicklung etwas verzögert. Sobald die Sonne scheint, breiten sie ihre Flügel aus und fliegen – dabei haben sie ein elegantes, schwungvolles, schmetterlingsartiges Flugbild. Im Flug fangen sie kleine Insekten. Kommt eine Wolke, setzen sie sich sofort ab und klappen ihre Flügel ein. Wie viele Insekten drehen sie sich bei Annäherung um den Halm, sodass man nur die knubbeligen Fühler sieht.

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft hinter einem Halm, vom Mai 2009

 

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft, vom Mai 2008

 

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft, mit geöffneten Flügen vom Mai 2008

 

2008 war meine erste Begegnung mit diesen Tieren und ich hatte das Glück, eine Paarung abzulichten:

Motiv: Paarung Libellen-Schmetterlingshaft, vom Mai 2008

 

Auch ein gerade geschlüpftes Exemplar fand ich: Körper und Fühler sind noch feucht, Thorax und Abdomen sind noch braun und nicht schwarz. Auffällig sind auch die milchigen Flügel. Nach einigen Stunden wurden diese zum Aushärten ausgebreitet, ähnlich wie bei einer Libelle.

Motiv: frisch geschlüpfter Libellen-Schmetterlingshaft trocknet, vom Mai 2008

 

Motiv: frisch geschlüpfter Libellen-Schmetterlingshaft trocknet, vom Mai 2008

 

Der Lebensraum der Schmetterlingshafte sind warme Trockenrasen, steinige Hänge und Waldlichtungen.

Motiv: Lebensraum des Schmetterlinghafts, vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 10-24mm @ 18mm | F14 | 1/25

 

Es gibt in Deutschland noch eine zweite, seltenere Art den Langfühlerigen Schmetterlingshaft, Libelloides longicornis, dessen Flügeladern gelb und nicht schwarz sind. Außerdem kommt in Osteuropa der Ästliche Schmetterlingshaft Libelloides macaronius vor. Die Larven gelten nicht als schön, erinnern an Ameisenlöwen (gleiche Familie), bauen aber keine Trichter.

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus), vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ mm | F2,8 | 1/500

 

Nachdem ich einige Jahre keine Schmetterlingshafte mehr gesehen und fotografiert hatte, machte ich mich mit Lukas Thiess¬† am Kaiserstuhl auf die Suche. Der kalte Frühling machte sich auch hier mit einer insgesamten Pflanzen- und Insektenarmut bemerkbar, doch passend kurz vor Sonnenuntergang fand Lukas den ersehnten Haft:

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus), vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 123mm | F2,8 | 1/320

 

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus), vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/8000

 

Motiv: Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus), vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/6400




Samstag, 20. Oktober 2012 - Zottelbienen

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/500

 

Diesen Sommer fand ich auf einem sandigen Rebweg auf einigen Quadratmetern Zottelbienen (Panurgus). In Deutschland gibt es drei Arten, anhand der Fotos P. calcaratus oder P. dentipes am wahrscheinlichsten. Zottelbienen sind ca. 7-12mm lang und einfarbig schwarz. Die Bienen graben ihre Nester bis zu 20cm tief in den Boden, am Ende des Ganges zweigen die Seitengänge mit den Brutzellen ab. Die Tiere haben eine kommunale Nistweise mit bis zu zehn Weibchen pro Nest: Dabei nutzen zwar mehrere Weibchen den gleichen Nesteingang, doch jedes Weibchen legt sein eigene Brutzellen an, die es selbst mit Proviant versorgt. Auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen patroullieren die Männchen über den Nestern – die Weibchen verpaaren sich mehrfach.

Ein Weibchen beim Verlassen des Nestes:

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/60

 

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/320

 

Eine kurze Ruhephase ermöglicht eine Seitenansicht:

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F9 | 1/50

 

Um in ihr Nest zu gelangen macht die Zottelbiene einen „Kopfstand“:

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/1250

 

Durch das Graben sind die Tiere oft voll mit Sand bedeckt:

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/1600

 

Auffallend sind die voller Pollen bepackten Hinterbeine, die durch den schwarz-gelben Farbkontrast noch stärker hervortreten. Zottelbienen sammeln nur an Korbblütler (Asteraceae).

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/80

 

An den Tieren, die ihren Pollen im Nest abgegeben haben, sind an den Hinterbienen lange Haare sichtbar, die dem Pollentransport dienen.

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5 | 1/250

 

Bevor eine Zottelbiene ihr Nest verlässt, kontrolliert sie erst ihre Umgebung:

Motiv: Zottelbiene (Panurgus spec.), vom 4. August 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/100

 

Literatur: Amiet, Felix und Krebs, Albert: Bienen Mitteleuropas. Gattungen, Lebensweise, Beobachtung, Bern/Stuttgart/Wien 2012.

Geschrieben am: 20. Oktober 2012 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Objektiv: Tamron 90mm, Weinberg. 0 Kommentare.



Samstag, 29. September 2012 - Gemeine Schmutzbecherlinge

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 35 Fotos, F5,6

 

Der Gemeine Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans) ist ein Pilz, der bevorzugt auf frischen liegenden Stämme von Eiche wächst. Er tritt nicht als Holzschädling auf. Den deutschen Namen „Schmutzbecherling“ trägt er, weil das Sporenpulver bei Berührung schwarz färbt. Zu Beginn der Entwicklung sieht man nur wenig schwarz, sondern die Außenseite der kugeligen / vasenförmigen Jungstadien ist braun gefleckt. Für mich ist dies das schönste Stadium, da sowohl die Außenseite attraktiv ist, die kugelige Form schön ist und es auch schon Einblick auf die farbenfrohe Innenseite gibt. In der weiteren Entwicklung öffnet sich der Pilz zunehmend, bis in der Draufsicht nur noch die dunkle Oberfläche zu sehen ist (feucht: glänzend / trocken: matt), um an Ende der Entwicklung zu verschrumpeln. Der Schmutzbecherling ist ca. 1-4cm breit und wächst von September bis März. Er entwickelt sich sehr schnell – bei einem weiteren Besuch einige Tage später waren bereits alle Fruchtkörper zusammengefallen.

 

Junges Stadium; im Vergleich zu den „großen“ Riffeln in der Eichenborke sieht man, wie klein die Pilze sind:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/15

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 176 Fotos, F5,6

 

Mittleres Stadium, die „Kugeln“ öffnen sich:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans) vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 58 Fotos, F5,6

 

Verschiedene Stadien parallel:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), mehrere Entwicklungsstadien, vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 75 Fotos, F5,6

 

Ein alter, in sich zusammenfallender Schmutzbecherling:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), altes Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 30 Fotos, F5,6

 

Ich nutzte die Schmutzbecherlinge als Motiv zum Stacken, da auch stark abgeblendet die Schärfentiefe nicht für den ganzen Pilz inkl. Rinde reichte. Als alternatives Bildergebnis zum¬† Vergleich noch eine Aufnahme mit Offenblende:

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/6

Geschrieben am: 29. September 2012 von Magdalena in Artenportrait, DFF, Pilze. 0 Kommentare.



Samstag, 1. September 2012 - Die Langflügelige Schwertschrecke

Motiv: Männchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/160

 

Die Langflügelige Schwertschrecke (Conocephalus discolor) gehört zu den Langfühlerschrecken: Die Fühler sind ca. dreimal so lang wie der Körper! Im Unterschied zur Kurzflügeligen Schwertschrecke reichen die Flügel beim adulten Tier über das Abdomen hinaus. Mit jeder Häutung werden die Flügel länger. Die Weibchen haben eine deutlich sichtbare Legeröhre.

 

Motiv: Weibchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/80

 

Ein weiterse Kennzeichen ist der hell eingefasste fast schwarze Rückstreifen, der vor allem bei den jungen Larven sehr auffallend und ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal ist.

 

Motiv: Weibliche Larve der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), von 2007

 

Man findet adulte Tiere ab Ende Juli bis Oktober in Feuchtgebieten, Sumpfwiesen und Ufern. Im Schilf um unseren Teich bewegen sie sich sicher zwischen den Streckerspinnen und strecken sich vergleichbar auf der anderen Seite des Halmes, um nicht entdeckt zu werden.

 

Motiv: Weibchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/100

 

Motiv: Weibchen der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor), vom 27. Juli 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/60

Geschrieben am: 1. September 2012 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Objektiv: Tamron 90mm. 0 Kommentare.



Samstag, 18. August 2012 - „Feuermelder“

 Ein Artenportrait

 

Motiv: Männchen der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), vom 5. August 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F7,1 | 1/100

 

Die Feuerlibelle Crocothemis erythraea ist mit ihrer knallroten Färbung eine unserer auffälligsten Libellenarten.

 

Motiv: Männchen der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), vom 5. August 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F7,1 | 1/500

 

Sie werden etwa 4-4,5cm groß. Die Männchen haben die namensgebende feuerrote Färbung, während die Weibchen eher orange/gelbbraun sind. Beide Geschlechter haben an den Hinterflügeln einen großen, an den Vorderflügeln einen kleinen orangeroten Basisfleck.

 

Motiv: Weibchen der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), vom 22. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F5,6 | 1/125

 

Im Gegensatz zu beispielsweise Heidelibellen, die zeitgleich fliegen, ist die ganze Libelle leuchtend rot, auch die Nase:

 

Motiv: Männchen der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), vom 5. August 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F7,1 | 1/80

 

Feuerlibellen findet man von Juni bis August an Altwassern und flachen, sich schnell aufwärmenden Gewässern. Zur Jagd und zur √úbernachtung suchen sie ungemähte Wiesen und Hochstaudenfluren auf.

Die Feuerlibelle ist eigentlich ein typischer Vertreter der Mittelmeer-Libellen und scheint sich aufgrund der Klimaerwärmung zunehmend auszubreiten. Bereits 2011 war die Feuerlibelle Libelle des Jahres, um auf diesen Umstand und auf diese Art als Paradebeispiel für einen Gewinner der Klimaerwärmung hinzuweisen. Der BUND nahm dies zum Anlass die „Aktion Feuermelder einzuführen, die auch dieses Jahr wieder stattfindet: Dabei werden alle Sichtungen der markanten Libelle gesammelt, um die aktuelle Verbreitung dieser sich zunehmend ausbreitenden Art zu erfassen.

 

Die von mir an einem kleinen Baggersee beobachteten Feuerlibellen waren mit der Kleinen Königslibelle (Anax parthenope), dem Großen Blaupfeil (Orthetrum cancellatum), der Becherjungfer (Enallagma cyathigerum), der Pokaljungfer (Erythromma lindenii) und dem Kleinen Granatauge (Erythromma viridulum) vergesellschaft. Letztlich gingen sich die Libellenarten aus dem Weg, doch zwischen den Männchen der Feuerlibelle und des Großen Blaupfeils gab es immer wieder Revierstreitigkeiten und auch „Kämpfe“ um den beliebtesten Ansitz:

 

Motiv: Männchen der Feuerlibelle und des Großen Blaupfeils, vom 5. August 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4 | 1/1000

Geschrieben am: 18. August 2012 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Objektiv: Tamron 70-200mm, Objektiv: Tamron 90mm. 0 Kommentare.



Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 14 April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F2,8 | 1/200

 

Die Einbeere (Paris quadrifolia) ist neben dem Aronstab eine der Ausnahmen, die nicht die Kriterien der einkeimblättrigen Pflanzen erfüllt. Beide Arten haben netznervige Blätter und die Blüte der Einbeere ist vierzählig und nicht dreizählig. Dennoch gehört sie zu den Einkeimblättrigen. Ab und zu findet man auch Pflanzen mit 3,5 oder 6 Blättern statt 4.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10. April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm|

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10. April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm

 

Die Einbeere ist ein Frühblüher, den man vor allem in Laubwäldern findet. Sie blüht etwa ab April. Die Blüte sieht recht ungewöhnlich aus: Die Blütenhülle ist sehr unauffällig und läuft in grünen schmalen Blättchen aus. Auffällig ist der dicke rötliche Fruchtknoten, um den die Staubblätter stehen.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10 April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm

 

Die Vermehrung läuft owohl über ihre Beeren und Samen als auch über ihr Rhizom, das viele Ausläufer bildet. Die Frucht ist eine dicke blaue Beere.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 10 April 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm

 

Alle Teile der Pflanze sind giftig.

 

Motiv: Einbeere (Paris quadrifolia), vom 14. April 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/250

 

Literatur: Düll, Ruprecht und Kutzelnigg, Herfried (Hgg): Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim 2005, S. 346f.

Geschrieben am: 22. April 2012 von Magdalena in Artenportrait, Objektiv: Tamron 90mm, Pflanzen. 0 Kommentare.



Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 157mm| F3,2 | 1/80

 

Erfreulicherweise konnte ich dieses Jahr noch einen weiteren Frühblüher fotografieren: Den hohlen Lerchensporn, Corydalis cava. Er gehört in die Familie der Erdrauchgewächse. Seinen Namen hat er aufgrund der im Alter hohlen Knolle. Die Knolle ermöglicht ihm wie vielen anderen Frühblühern ein sehr frühes Austreiben. Ebenfalls wie viele andere Frühblüher verschwindet diese Pflanze, sobald die Bäume ihre Blätter austreiben und es zunehmend dunkler auf dem Waldboden wird.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F6,3 | 1/25

 

Der Lerchensporn ist ein typischer Auwald- bzw. Laubwaldbewohner. Die Pflanze bildet einen Blütenstand mit bis zu 20 Blüten aus. Diese sind sehr komplex gebaut und innerhalb des Blütenstands auch verdreht bzw. ragen in unterschiedliche Richtungen, was das Fotografieren nicht erleichtert. Es kommen bei dieser Art sowohl weiße als auch purpurne Blüten vor.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), purpurne Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm| F3,5 | 1/60

 

Einige Hummeln beißen die Blüten seitlich an, um an den Nektar zu gelangen und vermeiden dadurch den etwas komplizierten Blütenaufbau. Die Blütezeit ist etwa von März bis April.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 200mm| F6,3 | 1/60

 

Die Samen werden durch Ameisen verbreitet.

 

Motiv: Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), weiße Form, vom 24. März 2012
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 157mm| F4,0 | 1/125

 

Vor einigen Jahren habe ich den viel zarter gebauten Gefingerten Lerchensporn (Corydalis solida) fotografiert. Die Blüten sind wesentlich zierlicher und haben eine leichte Tendenz ins lila, außerdem gibt es keine weiße Farbvariante.

 

Literatur: Ruprecht Düll / Herfried Kuuzelnigg (Hgg.): Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim 2005, S. 144ff.

Geschrieben am: 11. April 2012 von Magdalena in Artenportrait, Objektiv: Tamron 70-200mm, Objektiv: Tamron 90mm, Pflanzen. 0 Kommentare.



« vorherige Seite -