Mittwoch, 20. Februar 2013 - Eine Welt in rosa?

Motiv: Blüte von D. capensis, Narbe mit Pollen, vom 15. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/13 | DFF aus 16 Fotos

 

Die Blüten des afrikanischen Kap-Sonnentaus (Drosera capensis) sind eine eigene, kleine, rosa Welt. Selbst die Narben sind rosa… nur der Pollen leuchtet kontrastreich gelb hervor. Eine solche Blüte hat einen Gesamtdurchmesser von ca. 2,5cm. Die Fotos entstanden alle mit einem adaptierten 17-85mm-Objektiv.

Motiv: Blüte von D. capensis, vom 15. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/15 | DFF aus 33 Fotos

 

Auch beim Stacken kann der Eindruck einer Offenblenden-Aufnahme mehr oder weniger stark entstehen, je nach dem, wie viele Fotos gestackt werden und wo die Schärfegrenze gelegt wird:

Narbe:

Motiv: Blüte von D. capensis, vom 15. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/8 | DFF aus 16 Fotos

 

Narbe und Staubblätter mit Pollen

Motiv: Blüte von D. capensis, vom 15. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/8 | DFF aus 61 Fotos

 

Doch diese „rosa Welt“ hat auch ihre Tücken: Wie zu Anfang beschrieben, sind dies die Blüten eines (nicht heimischen) Sonnentaus. Hier sind die entsprechenden Tentakel, in denen sich Insekten zuerst verkleben, dann ersticken und verdaut werden.

Motiv: Tentakel von D. capensis, vom 12. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 0,8sek. | DFF aus 24 Fotos

 

Motiv: Tentakel von D. capensis, vom 12. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 0,6sek. | DFF aus 22 Fotos

 

Aber auch fleischfressende Pflanzen sind auf bestäubende Insekten angewiesen, und so bilden sie oft sehr lange Blütenstände, um die Blüten weit genug von den gefährlichen Fangblättern entfernt zu halten.

Motiv: Tentakel von D. capensis, vom 12. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1sek. | DFF aus 18 Fotos

Geschrieben am: 20. Februar 2013 von Magdalena in DFF, Farben und Formen, Pflanzen. 0 Kommentare.



Montag, 11. Februar 2013 - Kleine „Häufchen“

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 10. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/3 | DFF aus 52 Fotos

 

Die Hasenpfotenfarne gelten in Gewächshäusern als Plage und Unkraut, weil sie einfach überall wachsen und ein breites Wurzelsystem ausbilden. Ihren Namen „Hasenpfote“ haben sie vom braunen, behaarten Rhizom. Auf der Blattunterseite bilden die Farne Sporen zur Vermehrung. Was auf den ersten Blick wie kleine Punkte aussieht, wirkt in der entsprechenden Vergrößerung fast wie ein Haufen Raupen. Diese „Raupen“ sind die Sporangien, in denen die Sporen (kleine gelbe Kügelchen auf dem Foto) gebildet werden. Sporen sind die ungeschlechtliche Vermehrungsform der Farne, aus denen sich Gametophyten (sogenannte Prothalien) entwickeln. Diese sind dann für die sexuelle Vermehrung verantwortlich und bilden die Keimzellen. Nach der Befruchtung (wasserabhängig!) entsteht dann wieder ein Sporophyt, also das, was wir im Allgemeinen als Farnzpflanze wahrnehmen (bei den Moosen ist der Sporophyt alleine nicht lebensfähig, sondern vom Gametophyten abhängig. Der Sporophyt ist nur das kleine Stengelchen mit Sporenkapsel, was oft fälschlicherweise in seiner Gesamtheit als „Moosspore“ bezeichnet wird).

Sporen auf einem allmählich vertrocknendem Farnblatt:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 7. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/20 | DFF aus 16 Fotos

 

Die Sporen entwickeln sich an grünen Blättern:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 8. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/8 | DFF aus 29 Fotos

 

Sporen auf einem ausgeblichenen Blatt. Sie werden nicht symmetrisch gebildet:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 7. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/15 | DFF aus 21 Fotos

 

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 8. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/40 | DFF aus 29 Fotos

 

Ein junges Farnblatt rollt sich aus:

Motiv: Junges Sporophytenblatt eines Hasenpfötchenfarns rollt sich aus, vom 10. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 0,6sek. | DFF aus 80 Fotos

 

Ein lockeres Sporenhäufchen auf einem alten Blatt:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 10. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/2 | DFF aus 49 Fotos

 

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Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 7. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/20 | DFF aus 21 Fotos

Geschrieben am: 11. Februar 2013 von Magdalena_Admin in DFF, Farben und Formen, Objektiv: Tamron 90mm, Pflanzen, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Samstag, 27. Oktober 2012 - Schönheit im Alter

Motiv: Parasol (Macrolepiota procera), vom 19. Oktober 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5,6 | 1/50 | DFF aus 170 Fotos

 

Der riesige Parasol ist mittlerweile umgefallen und gibt problemlos den Blick auf die Lamellen frei. In ihrem fortgeschrittenen Alter liegen sie nicht mehr so schön parallel, sondern werfen Falten auf – der Pilz bleibt also nach wie vor fotogen. Um alle Falten und Tropfen scharf zu bekommen wurde das Bild gestackt.

Geschrieben am: 27. Oktober 2012 von Magdalena in DFF, Farben und Formen, Objektiv: Tamron 90mm, Pilze, Weinberg. 0 Kommentare.



Samstag, 13. Oktober 2012 - Der Pilz der Phantasie

Motiv: "Pilz der Phantasie" (Rötlicher Holzritterling, Tricholomopsis rutilans), vom 3. Oktober 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 96 Fotos, F5,6

 

Je nach Betrachter…

…ein Apfel?

…eine Höhlenmalerei?

…ein Universum mit Ufo?

…ein Vogelkopf?

…?

 

Geschrieben am: 13. Oktober 2012 von Magdalena in DFF, Farben und Formen, Objektiv: Tamron 90mm, Pilze. 0 Kommentare.



Samstag, 29. September 2012 - Gemeine Schmutzbecherlinge

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 35 Fotos, F5,6

 

Der Gemeine Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans) ist ein Pilz, der bevorzugt auf frischen liegenden Stämme von Eiche wächst. Er tritt nicht als Holzschädling auf. Den deutschen Namen „Schmutzbecherling“ trägt er, weil das Sporenpulver bei Berührung schwarz färbt. Zu Beginn der Entwicklung sieht man nur wenig schwarz, sondern die Außenseite der kugeligen / vasenförmigen Jungstadien ist braun gefleckt. Für mich ist dies das schönste Stadium, da sowohl die Außenseite attraktiv ist, die kugelige Form schön ist und es auch schon Einblick auf die farbenfrohe Innenseite gibt. In der weiteren Entwicklung öffnet sich der Pilz zunehmend, bis in der Draufsicht nur noch die dunkle Oberfläche zu sehen ist (feucht: glänzend / trocken: matt), um an Ende der Entwicklung zu verschrumpeln. Der Schmutzbecherling ist ca. 1-4cm breit und wächst von September bis März. Er entwickelt sich sehr schnell – bei einem weiteren Besuch einige Tage später waren bereits alle Fruchtkörper zusammengefallen.

 

Junges Stadium; im Vergleich zu den „großen“ Riffeln in der Eichenborke sieht man, wie klein die Pilze sind:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/15

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 176 Fotos, F5,6

 

Mittleres Stadium, die „Kugeln“ öffnen sich:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans) vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 58 Fotos, F5,6

 

Verschiedene Stadien parallel:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), mehrere Entwicklungsstadien, vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 75 Fotos, F5,6

 

Ein alter, in sich zusammenfallender Schmutzbecherling:

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), altes Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 30 Fotos, F5,6

 

Ich nutzte die Schmutzbecherlinge als Motiv zum Stacken, da auch stark abgeblendet die Schärfentiefe nicht für den ganzen Pilz inkl. Rinde reichte. Als alternatives Bildergebnis zum¬† Vergleich noch eine Aufnahme mit Offenblende:

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans), junges Stadium vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/6

Geschrieben am: 29. September 2012 von Magdalena in Artenportrait, DFF, Pilze. 0 Kommentare.



Samstag, 22. September 2012 - DFF in der Naturfotografie

Motiv: Peristom einer Nepentheskanne vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Retro | DFF aus 65 Fotos

 

Was bedeutet DFF? DFF ist eine Abkürzung und steht für Deep Focus Fusion (Synonym: Stacking) und ermöglicht eine nahezu beliebige Erweiterung des Schärfentiefenbereichs. Dazu werden viele Fotos mit langsam über das Motiv wanderndem Schärfepunkt gemacht und diese in einem Computerprogramm zusammengerechnet. Die Fotos können beispielsweise vom kostenlos herunterzuladenden Programm CombineZP verrechnet werden.

Voraussetzung für DFF ist ein Stativ und optimal ein Makroschlitten. Außerdem sollte sich das Motiv möglichst wenig bewegen. Gerade in der Makro- und Mikrofotografie gibt es oft das Problem, dass auch abgeblendet die Schärfentiefe nicht für das ganze Motiv reicht, ganz unabhängig von der auftretenden Beugungsunschärfe, die nicht stören muss. Bei sehr großen Abbildundsmaßstäben (ABM) und sehr kleinen Motiven wird der Schärfentiefenbereich physikalisch bedingt immer geringer.

Auch wenn bei guter Ausrichtung und stark abgeblendet der Schärfebereich (fast) für das ganze Motiv reicht, ist im direkten Vergleich oft der Stack überzeugender, v.a. wenn es um Details geht.

 

Motiv: Gemeiner Schmutzbecherling vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | oben: F16 | unten: DFF aus 75 Fotos, F5,6

 

Wichtig für das Zusammenrechnen der Fotos ist ein sich überlappender Schärfebereich, sonst gibt es schnell Artefakte. In der Praxis heißt das: maximaler Vorschub von Foto zu Foto sind oft 0,5mm oder weniger – das muss man vorher austesten. Bei Arbeiten mit einem Objektiv in Retrostellung (das Objektiv wird dabei mit einem Adapter „falsch“ herum an der Kamera befestigt und wirkt dann wie eine starke Vergrößerungslinse) ist der Schärfebereich noch wesentlich kleiner! Es empfiehlt sich zwecks Bildqualität beim Stacking nicht zu sehr abzublenden. Mit F11 braucht man zwar wesentlich weniger Fotos, aber die Qualität ist mit vielen Fotos und z.B. F5,6 besser. Da kommen schnell große Bildmassen von über 100 Fotos nur für später 1 Foto zusammen!

Die Menge der Fotos hängt auch immer von der Tiefe des Motivs ab, hier reichten z.B. bereits sehr wenige Aufnahmen, um eine durchgehende Schärfe zu erreichen:

 

Motiv: Peristom einer Nepentheskanne vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Retro | DFF aus 9 Fotos

 

In der Naturfotografie kann DFF in Grenzen eingesetzt werden. Bewegte Motive eignen sich überhaupt nicht, das Licht sollte konstant sein und meist wird es bei sehr kleinen Motiven angewandt (bei großen reicht ein starkes Abblenden ja oft aus). Beispiele sind Details in Rindenstrukturen oder (Baum)pilze.

 

Motiv: Rindendetail vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 32 Fotos, F5,6

 

Es gibt außerdem die Möglichkeit, DFF dann einzusetzen, wenn man einen ruhigen Hintergrund bei gleichzeitig großer Schärfentiefe möchte. Ein Stack bei F4 oder F5,6 schafft einen ruhigen Hintergrund und ermöglicht dennoch eine vollständige Schärfentiefe. Als Beispiel ein Sonnentaublatt, das so aus dem störenden Umfeld hervorgehoben wurde. Die Vergleichsfoto zeigen, dass auch bei guter Ausrichtung der Schärfebereich (logischerweise) viel geringer ist und ganz andere Fotos entstehen, bei denen der gezielte Einsatz der knappen Schärfentiefe auch sehr reizvoll sein kann. Bei F16 würde der Hintergrund sehr grob strukturiert werden.

 

Motiv: Sonnentau vom 14. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F2,8 / F4 / DFF aus 32 Fotos F4,5

 

Oft ergeben sich im großen ABM schöne Farben-und-Formen-Fotos, bei denen bei der Entstehung Unbeteiligte oft nicht genau wissen, was sie eigentlich sehen.

 

Motiv: Details eines Eichenstamms vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 49 Fotos, F5,6

 

Motiv: Details eines Eichenstamms vom 17. September 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | DFF aus 50 Fotos, F5,6

 

Geschrieben am: 22. September 2012 von Magdalena in DFF, Farben und Formen, Objektiv: Tamron 90mm, Wissenswertes. 1 Kommentar.



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