Sonntag, 11. März 2018 - Verfall & Abriss

Einst waren es drei Hütten, ja eher Scheunen. Sie standen schon immer da, von mir meist unbeachtet. Sie standen eben schon immer da. Richtig aufmerksam auf sie wurde ich erst, als ich bei einem Spaziergang den Abriss-Bagger sah. Zufällig war auch das große, sonst verschlossene Scheunentor offen und ich konnte einen Blick in die dritte Scheune werfen und was fasziniert von der Schönheit und Schlichtheit der massiven Holzbauweise. Die erste war schon so weit zurückgebaut, dass man keine Türe mehr zum Betreten brauchte… Woche um Woche wurde einer nach der anderen kleiner und weiter abgebaut. Erst das baufällige, eingestürzte, durchwucherte Dach abgedeckt, dann die Seitenlatten abgenommen, schließlich das ganze Fachwerk-Konstrukt. Einerseits sehr bedauerlich, hatte das große Holzfachwerk eine ganz eigene Schönheit. Andererseits schön zu sehen, wie vor 100 Jahren so ressourcenschonend und umsichtig gebaut wurde, dass man diese Hütten nun Stück um Stück rückwärts in ihre Einzelteile zerlegen und diese recyclen kann. Ich glaube, dass früher in ihnen Stroh und Holz für die Papierherstellung gelagert wurde. Die Seitenwände sind zugig und nicht wind- und wetterfest (es erfolgte offenbar der Versuch, mit Plastikfolie den Verschließ aufzuhalten), das Dach war es einmal. Es sah so aus, als würden sie schon lange leer stehen. Nun stehen sie gar nicht mehr.

 

 

Geschrieben am: 11. März 2018 von Magdalena in Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation. Kommentare deaktiviert für Verfall & Abriss.



Sonntag, 18. Februar 2018 - Tübingen und Kloster Bebenhausen

 

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Samstag, 27. Januar 2018 - Rankmühle

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Sonntag, 24. Dezember 2017 - ein geschütztes Heim

…die Hornissen müssen hier vor mindestens zwei Jahren gelebt haben, da auf dem alten Nest wiederum kleine Wespennester sitzen.

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Donnerstag, 14. Dezember 2017 - Ruine Neckarburg

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Samstag, 14. Oktober 2017 - die Leiter

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Samstag, 26. August 2017 - Nistplatz: Kapelle

Ein feines Gepiepse machte mich auf diesen Nistplatz aufmerksam und zunächst war ich mir aufgrund der Bodennähe gar nicht sicher, ob es wirklich Vögel sind, die in der Mauer leben: Diese Blaumeisen brüteten in einer kleinen Höhle in der Wand einer Kapelle. Der Spalt zum Einflug ist winzig und es war bei jedem Anflug faszinierend, dass die Altvögel da hinein und hinaus kamen. Die Jungtiere sind daher sicher vor Nesträubern, die größer als Blaumeisen sind.

Geschrieben am: 26. August 2017 von Magdalena in Stadt / Zivilisation, Vögel. 0 Kommentare.



Samstag, 19. August 2017 - Landhaus Ettenbühl

Eigentlich sind englische Gärten, angelegte Parks, gepflegte Anlagen nicht mein bevorzugter Aufenthaltsraum und schon gar kein Ort für Naturfotografie. Das Landhaus Ettenbühl mit seiner großen Anlage war in der vollen Rosenblütenpracht im Juni dennoch positiv beeindruckend: die uralten, riesigen Obstbäume, in die die Rosen hinauf ranken; die vielen botanischen Raritäten; die kleinen Wurzelwege, die einen stellenweise vergessen lassen, in einem hochorganisierten und strukturierten Park zu sein. So ergeben sich auch fotografisch reizvolle Konstellationen aus knorzigem Baum und geradem Bambus, die ich in der näheren Umgebung nicht vorfinden würde. Und gefreut habe ich mich natürlich auch über den Rost!

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben am: 19. August 2017 von Magdalena in Pflanzen, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Samstag, 12. August 2017 - Urlaub

 

Meeresrauschen, Möwen mit Fischbrötchen, Sanddorn als Marmelade und Gestrüpp, lange Alleen, viel grün, wenig Häuser, Wind und Sonne, Donnerkeil und Hühnergott, Rotbauchunke und Sprosser, schicker Neubau und Verfall, stille Kapellen, blühende Küsten, zwitschernde Wälder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben am: 12. August 2017 von Magdalena in Landschaften, Pflanzen, Rügen, Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation. 0 Kommentare.



Sonntag, 12. Februar 2017 - Mauerläufer

 

Der Mauerläufer ist ein eigenartiger und zugleich sehr sympathischer Vogel, den ich vergangene Woche beobachten konnte und den ich bisher eigentlich nur aus Erzählungen aus dem ornithologischen Freundeskreis kannte.  Bevorzugt (und wehmütig) sprachen die Ornis im Konjunktiv: Wie schön es sein müsste, diesen Vogel zu sehen. Dass es irgendwann klappen würde und müsste und sollte. Dass es so unvorstellbar wunderbar wäre, ihn gemeinsam – vielleicht dieses Mal? – zu sehen. Dass es bestimmt wieder nicht klappen würde.

 

 

Dazu muss man Folgendes wissen: Der Mauerläufer bewohnt die Felsklippen der Alpen und sucht in Steinritzen nach kleinen Insekten. Kein Mensch käme auf die Idee, in diese Ritzen zu gucken und noch weniger zu glauben, darin nahrhaftes Leben zu finden. Nun, der Mauerläufer hat diese seine Nische perfektioniert mit einem langen, gebogenen zum Stochern geeigneten Schnabel und offenbar mit guten Augen. Gleichzeitig hat er eine enorme Unruhe, die es ihm ermöglicht in kürzester Zeit in alle Ritzen zu schauen und in unberechenbaren Abständen die gleiche Ritze nochmal zu kontrollieren.

 

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Im Winter werden die Insekten weniger und – schlimmer – es liegt Schnee und Eis darauf. Dann macht sich der Mauerläufer auf und davon, gerne in den Süden, um die Trockenmauern abzuklappen, aber auch in den Norden in die Steinbrüche im Schwarzwald. Ich weiß nicht, wie viele Stunden Lukas seit Jahren damit verbracht hat, sämtliche Steinbrüche der näheren und entfernteren Umgebung nach diesem Vogel abzusuchen. Im Vergleich zu einer großen Steinbruchmauer ist der Mauerläufer sehr klein. Und obwohl er an den Flügeln wunderbar rote Federn hat, sieht man nichts davon, wenn er ganz still (selten, aber es passiert) sitzt. Es kann auch sein, dass ein Mauerläufer an einer Wand ist, man hoffnungsvoll dorthin fährt, einige Stunden in der Kälte sucht und ohne Fund zurückfährt und zwei Stunden später ein anderer Ornithologe den Mauerläufer doch noch sieht.

Zu fünfeinhalbt machten wir uns dann zu einer vielversprechenden Wand, Felsen und Burgruine am Hohentwiel auf. Beim Aufstieg kam uns ein Ornithologe entgegen, der bereits zwei Stunden suchte und ihn nicht sah – die Hoffnung sank – und der aber auch wusste: in zwei Stunden ist der Vogel vielleicht sichtbar – die Hoffnung wuchs. Wie riesig das Gelände war! Immerhin, gleich zu Beginn sahen wir Wanderfalken, die dort bald brüten werden.

Wir suchten nebeneinander stehend die Wände ab, wir verteilten uns, wir sammelten uns, wir froren, wir überlegten einzupacken – als plötzlich Jans Ruf „Da ist er“ kam. Bloß wo? Er war schon wieder weg. Im Nachhinein muss ich ja sagen, dass es wohl das Geschickteste ist, warm eingepackt an einer Stelle stehen zu bleiben und einfach zu warten. Der Mauerläufer ist so unfassbar hibbelig und ruhelos, dass man ihm sowieso nicht folgen kann. Wenn er denn da ist, wird er in seiner Unruhe auch irgendwann im beobachteten Bereich auftauchen. Diese Ruhe zu warten hatten wir nicht, also ging es bergauf, bergab, treppauf, treppab, hin und her, dem Vogel nach. Dennoch ist er erstaunlich gut getarnt und unauffällig.

 

 

Und: Es lohnt sich! Wie schön er ist, was für eine Freude, wenn das Rot der Flügel aufblitzt. Welcher langschnäbelige Vogel kann denn schon wie eine kleine süße Schwanzmeise schauen, wenn man ihn von vorne betrachtet? Wie viel Spaß es macht, ihn herumhüpfen, flattern, stochern und verschwinden zu sehen. In welcher Geschwindigkeit er die Spalten durchleuchtet und dass er bei dieser Bewegung überhaupt über die Runden mit ein paar angefrorenen Insekten kommt!?! Passenderweise betitelt ihn der Kosmos-Vogelführer als „Unverkennbar, der Wiedehopf der Felsen!“.

 

 

Während die Herren auf immer noch eine Sichtung warteten, widmete ich mich selbstverständlich noch den Farben und Formen des Winterwalds und den alten Fenstern der Ruine.

 

 

 

 

 

Geschrieben am: 12. Februar 2017 von Magdalena in Farben und Formen, Schwarzweiß, Stadt / Zivilisation, Vögel. 0 Kommentare.



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