Montag, 30. Januar 2017 - Unsere wilde Heimat

Bald ist es so weit: Die GDT-Regionalgruppe 13 präsentiert auf dem Mundologia-Festival für Abenteuer, Fotografie und Reisen den Naturfoto-Vortrag „Unsere wilde Heimat“. Seit Monaten, eher schon Jahren, läuft die Planung im Hintergrund, wurden Fotos von den Regionalgruppenmitgliedern eingeschickt und teilweise gezielt fotografiert, haben Lukas und David Hettich gemeinsam die Auswahl getroffen und den Vortrag programmiert (Blogpost von Lukas dazu hier). Es geht einmal quer durch das Gebiet unserer Regionalgruppe, zu Bodensee und Hegau, Kaiserstuhl und Rheinebene, Schwarzwald und Vogesen. Es werden Tiere, Pflanzen und Landschaften und dabei gleichzeitig eine Auswahl unserer schönsten Fotos vorgestellt.

Kaum war letztes Jahr auf dem Festival der Trailer zu sehen…..,

 

….kam auch schon eine Buchanfrage! Und so freuen wir uns, punktgenau zur Premiere auch das passende Buch präsentieren zu dürfen:

Unsere wilde Heimat

http://www.knesebeck-verlag.de/unsere_wilde_heimat/t-34/529

 

Und weil der Vortrag ruckzuck ausverkauft war, hat das Mundologia-Team noch schnell einen Zusatztermin organisiert:

http://www.mundologia.de/veranstaltung/unsere-wilde-heimat-zusatztermin/

 

Der SWR hat außerdem einen kleinen Film über unser Buch gedreht, zu sehen in der Mediathek:

http://www.swr.de/kunscht/faszinierende-natur-im-suedwesten-bildband-unsere-wilde-heimat/-/id=12539036/did=18668462/nid=12539036/1v5u4fw/index.html

Geschrieben am: 30. Januar 2017 von Magdalena in Allgemein, Wissenswertes. 1 Kommentar.



Samstag, 29. November 2014 - Frostspanner

Zwei Tarntiere

 

Auf unseren Spaziergängen durch den Wald halten wir auch immer wieder Ausschau nach „Tarntieren“. Und wir wurden fündig. Im oberen Bild haben sich gleich zwei Wirbellose versteckt:

Weberknecht

 

und:

Flugunfähiges Frostspannerweibchen

 

Zunächst links oben ein Weberknecht – vielleicht besser getarnt, aber irgendwie auch bekannt. Und dann rechts unten etwas auffallender ein, ja, was denn? Ein komisches dickliches Tier. Das Weibchen eines Frostspanners (Operophtera),¬† wahrscheinlich¬†Agriopis aurantiaria /Orangegelber Frostspanner haben eine hoch interessante Biologie. Zuallererst fällt der ausgeprägte Sexualdimorphismus auf, dass also Weibchen und Männchen sehr unterschiedlich aussehen: Das Weibchen ist flugunfähig und dick, das Männchen entspricht dagegen schon eher der allgemeinen Vorstellung eines Falters:

Frostspannermännchen

 

Da das Weibchen flugunfähig ist, kann es ja die Eier nicht im ganzen Wald verteilen. Und damit nicht an Ort und Stelle lauter neue flugunfähige Weibchen und flugfähige Männchen schlüpfen, die dann ein Leben lang den immer gleichen Baum kahl fressern, müssen sich eben die Raupen fortbewegen. Frisch geschlüpft spinnen sie einen dünnen Faden und lassen sich vom Wind mitnehmen, ähnlich Spinnen. Mit Glück bleiben sie dann an einer Futterpflanze haften. Die Eier werden in Rindenritzen abgelegt. Die Raupen schlüpfen im Frühjahr, fliegen durch die Lande und fressen dann junge Blätter ihrer Wirtsbäume. Daher gilt der Frostspanner auch als Forstschädling, da er die Bäume (Ahorn, Buche, Hainbuche und andere Laubbäume) regelrecht kahlfressen kann. Zur Bekämpfung werden Leimringe ausgebracht, an denen die Weibchen kleben bleiben und dort ihre Eier ablegen und welche dann wieder entfernt werden. Die Verpuppung erfolgt im Boden und die adulten Tiere, die übrigens keine Mundwerkzeuge und somit nur eine sehr kurze Lebensdauer als Falter haben, erscheinen oft erst nach dem ersten Frost. Das erklärt, warum wir im November so viele von ihnen fanden.

Frostspannermännchen

Geschrieben am: 29. November 2014 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Spinnen und Spinnennetze, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Grüne Flussjungfer, Ophiogomphus cecilia

 

Die Grüne Flussjungfer, Ophiogomphus cecilia, ist eine stark gefährdete (RL 2) Großlibelle und bildet mit Zangenlibellen und Keiljungfern die Familie der Gomphidae / Flussjungfern. Charakteristisch und wohl auch namensgebend sind die grünen Augen und der grüne Thorax.¬†Die Art fliegt ab Juli bis in den Herbst hinein und ist auf sehr saubere, sandige Bäche angewiesen und reagiert empfindlich auch Wasserverunreinigungen. Umso erstaunlicher (und erfeulich!), dass wir die Art mehr oder weniger mitten in einer Großstadt fotografieren konnten! Danke an Torsten, der uns beim Finden der Art eine große Hilfe war und der vor einem Jahr sehr schöne Fotos mit einigen Informationen auf seinem Blog postete – hier geht’s zum ausführlichen Artikel.

Grüne Flussjungfer, Ophiogomphus cecilia

 

Im Lebensraum

 

Schattenwurf

Geschrieben am: 23. August 2014 von Magdalena in Insekten, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Mittwoch, 20. August 2014 - Insektenjäger auf und im Wasser

Gerandete Jagdspinne

 

Die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) ist mit bis zu 22mm Körperlänge relativ groß und beeindruckend. Sie lebt v.a. in feuchten Gebieten und – wie ich finde sehr faszinierend – an, auf und in (!) Gewässern. Aufgrund ihrer starken Behaarung kann sie auf dem Wasser jagen, sie ist aber auch in der Lage zu tauchen, um zu jagen oder sich bei Gefahr zu verstecken. Bekannt sind hier die Fotos von Spinnen mit kleinen Fischen als Beute.

Der harmloser aussehende Wasserschlauch (Utricularia) macht ebenfalls unter Wasser Jagd auf Kleinstinsekten, die sich in die Saugfallen verirren. Die Fallen schnappen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1/10.000sek zu und ist damit die schnellste Bewegung im Pflanzenreich.

Wasserschlauchblüten

Geschrieben am: 20. August 2014 von Magdalena in Pflanzen, Spinnen und Spinnennetze, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Dienstag, 8. Juli 2014 - Gelbbauchunke – Lurch des Jahres 2014

Gelbbauchunke (Bombina variegata) - "Krokodil"

 

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist im Vergleich mit Fröschen und Erdkröten mit einer Körperlänge von 3,5-5,5cm ein eher kleiner Lurch mit wunderschönen herzförmigen Pupillen. Ihre Oberseite ist schlicht graubraun gefärbt und mit schwarzen Hornstacheln besetzt. Die Unterseite ist dagegen leuchtend gelb mit schwarzen Flecken gefärbt. Das Gelb (entsprechend das Rot der Rotbauchunke) ist wie beispielsweise auch beim Salamander eine Warnfarbe. Die Unken verfolgen die Taktik „erst tarnen, dann warnen“ – mit ihrer unauffälligen Oberseite sind die Tiere hervorragend in den lehmigen Gewässern getarnt, aus denen oft (erinnert mich immer an ein Krokodil) nur die Nasenlöcher und Augen herausschauen. Kommt ihnen ein Feind dann doch zu nahe und ist eine Flucht nicht mehr möglich oder erscheint nicht mehr sinnvoll, gehen sie in die sogenannte Kahnstellung: Die Unke bildet ein Hohlkreuz und zeigt dabei die giftig leuchtende Unterseite.

 

Schlammbad: Verwirbelungen beim Schwimmen

 

Sowohl Rot- als auch Gelbbauchunken sind stark gefährdet. Da die Gelbbauchunke ihren Verbreitungsschwerpunkt in Mittel- und Süddeutschland hat und auch in den Mittelgebirgen zu finden ist, trägt sie den deutschen Zweitnamen „Bergunke“ – die Rotbauchunke entsprechend ihrer nordöstlichen Verbreitung „Tieflandunke“, was wissenschaftlich nicht ganz korrekt ist. Denn die Gelbbauchunke findet sich innerhalb ihrer Verbreitung in Süddeutschland auch in den „tiefländischen“ Bereichen.

 

Gelbbauchunke (Bombina variegata) im Lebensraum

 

Gelbbauchunke zwischen Gräsern versteckt

 

Gelbbauchunken haben einen sehr schönen, leisen Ruf, der ohne Schallblasen entsteht, sondern inspiratorisch, wenn die Luft beim Einatmen durch den Kehlkopf in die Lungen strömt. Im Gegensatz dazu haben Rotbauchunken innere kehlständige Schallblasen. Trotz dieser unterschiedlichen Lauterzeugung klingen die Rufe („Unkengeläut“) erstaunlich ähnlich und sind vor allem im „Chor“ sehr schön und leicht traurig, klagend anmutend.

 

Lebensraum Steinbruch

 

Gelbbauchunken zählen zu den deutlich tagaktiven Amphibien und sind auch an Land äußerst flink – sie können sowohl gut krabbeln als auch hüpfen. Diese Fähigkeit ist für sie sehr wichtig, da sie bevorzugt Temporärgewässer besiedeln und damit auf mehrere Wanderungen im Jahr angewiesen sind: immer dann, wenn ihre Pfütze / Graben / Fahrspur (daher sind auch Steinbrüche oder Truppenübungsplätze typische Habitate) austrocknen, verlassen sie den Standort und suchen sich eine neue Pfütze. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie keine feste Laichzeit wie z.B. Erdkröten oder Grasfrösche haben, sondern bis in den Sommer hinein immer wieder laichen können. Die Kaulquappen erreichen dabei eine erstaunliche Größe von 16mm, was angesichts der Größe einer adulten Unke doch recht viel ist.

 

Jede Pfütze wird angenommen, auch im Bagger

Geschrieben am: 8. Juli 2014 von Magdalena in Amphibien u. Reptilien, Artenportrait, Stadt / Zivilisation, Wissenswertes. 2 Kommentare.



Samstag, 21. September 2013 - 5 Wochen NSG Feldberg

Sonnenaufgang

 

Für fünf Wochen arbeitete ich als Sommerranger im NSG Feldberg. Der Feldberg ist mit 1493m der höchste Berg des Schwarzwalds und der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen. Das Schutzgebiet Feldberg umfasst 42 km¬≤, wurde 1937 gegründet und ist somit das älteste in Baden-Württemberg. Jährlich besuchen ca. 1,5 Mio. Touristen den Feldberg, der Großteil kommt für den Wintersport.

Blick vom Herzogenhorn auf den Feldberg

 

Im Sommer wie im Winter ist die Verbindung von Tourismus und Naturschutz eine zentrale Aufgabe. Im Detail kann an dieser Stelle nicht auf alle Konflikte und Lösungen eingegangen werden. Zur Entschärfung des Konflikts wurden wichtige Skigebiete aus dem Bereich des Schutzgebiets herausgenommen, das Wegenetz wurde eingeschränkt, um die Wiesen nicht zu sehr zu durchschneiden und den Tieren ausreichend Rückzugsräume zu geben. Zur Aufklärung über die Existenz und den Sinn der Schutzgebietsregeln sind regelmäßig Ranger unterwegs.

NSG & Wintersport auf engstem Raum

 

Regelmäßig wiederkehrende Fragestellungen waren für mich vor allem: Leinenpflicht für Hunde wegen Bodenbrütern und Wild, keine Blumen pflücken oder gar ausgraben (nicht zu vergessen: „Warum dürfen die Kühe die Pflanzen fressen, der Mensch aber keine Sträuße pflücken?“), Bestimmungsfragen, zahlreiche Orientierungsfragen („wo steht mein Auto?“), wofür braucht man das Stachelsporige Brachsenkraut (seltener und – leider – unscheinbarer Unterwasserfarn im Feldsee, weswegen das Baden nicht erlaubt ist)?

Türkenbundlilie (Lilium martagon)

Der Feldberg war für mich aber auch: Ein riesiges Blumenmeer, seltene Arten, Wetterwechsel, ¬†wilde Wälder und Bäche:

Weidenröschen

 

Waldbach

 

Die Zeit als Sommerranger auf dem Feldberg mit zahlreichen ernsten und komischen Begegnungen lässt sich ganz gut so zusammenfassen: „Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Trau keinem, geh nicht mit Fremden und so weiter. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch. Wenn man Nachrichten kuckte: Der Mensch ist schlecht. Wenn man Spiegel TV kuckte: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.“ (Zitat aus Wolfgang Herndorf: Tschick).

Nebelbaum in Bärwurzwiese

 

Naturschutzzentrum Südschwarzwald:¬†http://www.naz-feldberg.de/

 

Geschrieben am: 21. September 2013 von Magdalena in Feldberg, Landschaften, Pflanzen, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Motiv: Purpurknabenkraut (Orchis purpurea) vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F2,8 | 1/125

 

Orchis purpurea, das Purpurknabenkraut, ist die Orchidee des Jahres 2013. Passenderweise sah und fotografierte ich auch dieses Jahr zum ersten Mal diese Art. Bei O. purpurea handelt es sich um eine stattliche bis 80cm hohe Orchidee mit relativ großen Blüten. Der obere Teil des Stengels ist rötlich überlaufen. Wie immer bei den Orchideen gibt es eine gewisse Variationsbreite, im Vergleich mit anderen Arten ist die weiße Lippe aber relativ breit und nur wenig eingeschnitten. Auf der Lippe sind purpurfarbene Büschel und sie kann zursätzlich gepunktet sind. Auch der Helm ist purpur.

Motiv: Purpurknabenkraut (Orchis purpurea) vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/60

 

Motiv: Purpurknabenkraut (Orchis purpurea) vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5 | 1/80

 

Motiv: Purpurknabenkraut (Orchis purpurea) vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Canon 50mm | F1,8 | 1/50

 

Das Purpurknabenkraut bevorzug Wärme und Kalk. Ich fand einige Exemplare im lichten Wald, andere auf einem Trockenrasen, auf dem auch Waldhyazinthe, Pyramiden-Hundswurs, Helmknabenkraut, Bocksriemenzunge und in großen Mengen Storchschnabel leben.

Motiv: Lebensraum O. purpurea vom 30. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 10-24mm @ 11mm | F11 | HDR

 

Motiv: Hybride O. purpurea x militaris vom 30. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | HDR

 

Natürlich hybridisiert auch O. purpurea. Aufgrund der Variationsbreite der einzelnen Arten bin ich mir oft unsicher, ob ich eine Hybride oder Rückkreuzung oder reine Art vor mir habe. Ich bin mir aber bei den folgenden Fotos relativ sicher Hybriden von Purpurknabenkraut mit Helmknabenkraut gefunden zu haben. Die Blütenstände waren relativ hoch und dicht, die Lippe aber tiefer eingeschnitten als bei den eindeutig reinen O. purpurea.

Motiv: Hybride O. purpurea x militaris vom 27. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F6,3 | 1/25

 

Motiv: Hybride O. purpurea x militaris vom 30. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/250

 

Motiv: Hybride O. purpurea x militaris vom 30. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/250

 

Auf dieser Wiese fanden sich viele Hybriden und Rückkreuzungen:

Motiv: Wiese mit Hybride O. purpurea x militaris vom 30. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Canon 50mm | F1,8 | 1/8000

 

Motiv: Wiese mit Hybride O. purpurea x militaris vom 30. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 10-24mm @ 18mm | F14 | HDR

 

Motiv: Wiese mit Hybride O. purpurea x militaris vom 30. Mai 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 139mm | F4 | HDR




Weinberg im Herbst

 

Kaum eine Landschaft ist so vom Menschen und seinen Eingriffen geprägt und enthält dabei noch so viel Natur und Artenvielfalt wie ein Weinberg. Die sehr sonnige Lage ist für viele Tiere und Pflanzen von Bedeutung. Ein Weinberg kann an Schrebergärten, Streuobstwiesen, Wald und Wiesen angrenzen. Gleichzeitig finden sich zwischen den Rebzeilen Wiesenstücke, und immer wieder aufgrund der zu kleinen Fläche nicht bewirtschaftete Wiesenflächen und Böschungen, die Tieren eine Rückzugsmöglichkeit geben. Auch die Trockenmauern, die in erster Linie die Terrassen stützen, sind ein wichtiger Bestandteil des Weinbergs: Sie bieten Versteckmöglichkeiten und speichern die Sonnenwärme.

 

Weinbergsbewohner in der Trockenmauer: Lasiommata megera, Mauerfuchs

 

Bewohner im Weinberg: Erophila verna, Frühlingshungerblümchen

 

Es ist erstaunlich, wie viele Arten sich in dieser Kulturlandschaft des Menschen finden: In den Hängen graben Solitärbienen und -wespen…

Weinbergsbewohner: Panurgus spec., Zottelbiene

 

…in den Wiesen finden sich unterschiedliche Heuschrecken und ‚Äì bei uns ‚Äì seit über 10 Jahren die Gottesanbeterin…

Weinbergsbewohner: Meconema meridionale, Südliche Eichenschrecke

Weinbergsbewohner: Mantis religiosa, Gottesanbeterin

Weinbergsbewohner: Mantis religiosa, Gottesanbeterin

 

…an den Mauern sonnen sich Mauerfuchs, Bläulinge und Reptilien…

Weinbergsbewohner in der Trockenmauer: Podarcis muralis, Mauereidechse

Weinbergsbewohner: Anguis fragilis, Blindschleiche

 

zwischen den Steinen wachsen Moose und Flechten; in der Dämmerung rennen Feldhasen die Zeilen entlang; die verschiedensten Spinnen spannen ihre Netze oder jagen entlang der Trockenmauern…

Weinbergsbewohner in der Trockenmauer: Salticus scenicus, Zebraspringspinne

 

…im Herbst sprießen Pilze und in dieser Jahreszeit verwandelt sich der Weinberg für kurze Zeit in einen wunderschönen gelb-roten Farbenmix.

Weinbergsbewohner: Pilz

 

Die geraden Rebzeilen und stengen Strukturen sind nur auf den ersten Blick monoton, steril und leblos. In Wirklichkeit sind Weinberge ein gutes Beispiel für das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen in einer Kulturlandschaft.

Symmetrien im herbstlichen Weinberg

 

Tiere und Pflanzen, die im Weinberg dauerhaft leben möchten, müssen gut angepasst sein, denn sie werden mit regelmäßig durch den Menschen (sowohl natürlich die Winzer als auch die vielen Spaziergänger mit und ohne Hunden, Jogger, Biker usw.) gestört. Während Tiere flüchten und/oder sich verstecken können, müssen Pflanzen an ihrem Standort bleiben und Strategien entwickeln, trotz Trittbelastung, Düngung, regelmäßigem Mähen und vielen anderen Eingriffen, um sich an diesem Standort zu halten und zu vermehren.

menschlicher Einfluss im Weinberg: Traktor

Entstehung einer neuen Terrasse

 

Neue Kategorie „Weinberg“

Von Naturfotografen wird ein so menschengeprägtes Umfeld wie der Weinberg oft gemieden, doch auch hier finden sich viele Motive. Seit meiner Kindheit gehört der Weinberg hinter dem Haus zu den von mir meist gegangenen Spazierwegen und regelmäßig entdecke ich irgendwelche neue Arten. Auch die verschiedenen Terrassen, die Anordnung der Rebzeilen und die ganz eigenen, ‚Äûunnatürlichen‚Äú Symmetrien im Weinberg haben einen fotografischen Reiz. Dabei geht es nicht ‚Äì wie so oft in der Naturfotografie und da auch völlig berechtigt ‚Äì darum, den menschlichen Einfluss auszublenden, sondern auch Bauwerke wie kleine Hütten, Kapellen, Bänke oder Städte gezielt miteinzubinden. Der Weinberg ist für mich einer der hauptsächlichen Orte meiner Naturfotografie und daher gibt es ab heute die neue Kategorie ‚ÄûWeinberg‚Äú, die alle Beiträge sammelt, deren Fotos im Weinberg entstanden. Mittlerweile hat sich die Natur und Fotografie im Weinberg zu einem kleinen Projekt entwickelt, das nun auch mit dieser Kategorie deutlicher auf dem Blog erscheinen soll.

Weinbergszeilen im Winter

 

 

 

Geschrieben am: 4. Mai 2013 von Magdalena in Weinberg, Wissenswertes. 1 Kommentar.



Montag, 11. Februar 2013 - Kleine „Häufchen“

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 10. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/3 | DFF aus 52 Fotos

 

Die Hasenpfotenfarne gelten in Gewächshäusern als Plage und Unkraut, weil sie einfach überall wachsen und ein breites Wurzelsystem ausbilden. Ihren Namen „Hasenpfote“ haben sie vom braunen, behaarten Rhizom. Auf der Blattunterseite bilden die Farne Sporen zur Vermehrung. Was auf den ersten Blick wie kleine Punkte aussieht, wirkt in der entsprechenden Vergrößerung fast wie ein Haufen Raupen. Diese „Raupen“ sind die Sporangien, in denen die Sporen (kleine gelbe Kügelchen auf dem Foto) gebildet werden. Sporen sind die ungeschlechtliche Vermehrungsform der Farne, aus denen sich Gametophyten (sogenannte Prothalien) entwickeln. Diese sind dann für die sexuelle Vermehrung verantwortlich und bilden die Keimzellen. Nach der Befruchtung (wasserabhängig!) entsteht dann wieder ein Sporophyt, also das, was wir im Allgemeinen als Farnzpflanze wahrnehmen (bei den Moosen ist der Sporophyt alleine nicht lebensfähig, sondern vom Gametophyten abhängig. Der Sporophyt ist nur das kleine Stengelchen mit Sporenkapsel, was oft fälschlicherweise in seiner Gesamtheit als „Moosspore“ bezeichnet wird).

Sporen auf einem allmählich vertrocknendem Farnblatt:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 7. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/20 | DFF aus 16 Fotos

 

Die Sporen entwickeln sich an grünen Blättern:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 8. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/8 | DFF aus 29 Fotos

 

Sporen auf einem ausgeblichenen Blatt. Sie werden nicht symmetrisch gebildet:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 7. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/15 | DFF aus 21 Fotos

 

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 8. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/40 | DFF aus 29 Fotos

 

Ein junges Farnblatt rollt sich aus:

Motiv: Junges Sporophytenblatt eines Hasenpfötchenfarns rollt sich aus, vom 10. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 0,6sek. | DFF aus 80 Fotos

 

Ein lockeres Sporenhäufchen auf einem alten Blatt:

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 10. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | 17-85mm Retro | 1/2 | DFF aus 49 Fotos

 

, ‚ \

Motiv: Farnsporen eines Hasenpfötchenfarns, vom 7. Februar 2013
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/20 | DFF aus 21 Fotos

Geschrieben am: 11. Februar 2013 von Magdalena_Admin in DFF, Farben und Formen, Objektiv: Tamron 90mm, Pflanzen, Wissenswertes. 0 Kommentare.



Samstag, 12. Januar 2013 - Südliche Eichenschrecke

Motiv: Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale), vom 11. Oktober 2012
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F7,1 | 1/60

 

Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) ist eine unauffällige Langfühlerschrecke. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeergebiet, doch sie breitet sich beständig nach Norden hin aus. Obwohl sie in meiner Region schon länger als etabliert gilt, habe ich erst diesen Spätsommer ein erstes Exemplar im Weinberg gefunden. Die Südliche Eichenschrecke wird nur zwischen 11 und 17mm lang, die Fühler erreichen ein vielfaches der Körperlänge. Die Flügel bleiben stummelförmig (das Tier erinnert daher im ersten Moment an eine Larve einer anderen Langfühlerschrecke), wodurch diese Art flugunfähig ist. Zur Fortpflanzung legt dieser Art ihre Eier in die stark strukturierte Borke von Laubbäumen. An den Stämmen erfolgt auch meist der Artnachweis: nachts klettern die Tiere zur Eiablage hinunter und sind im Licht einer Taschenlampe gut auszumachen.

Geschrieben am: 12. Januar 2013 von Magdalena in Insekten, Objektiv: Tamron 90mm, Weinberg, Wissenswertes. 0 Kommentare.



« vorherige Seite -