Donnerstag, 7. April 2011

Der Älkäfer – Meloe violaceus

Ein Artenportrait

Motiv: Älkäfer (Meloe violaceus), Männchen vom 7. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5,6 | 1/30

√úberraschend krabbelte heute Mittag mit beachtlichem Tempo ein Älkäfer (oder auch Maiwurm, Gattung Meloe) über unseren Hof. Bevor er in der Wiese des Obstgartens verschwand, konnte ich noch einige Fotos von ihm machen. Die meisten waren unscharf, weil er dauernd aus der Schärfe lief…. Hier hatte ich noch nie Älkäfer gesehen, umso erfreulicher der Fund heute Mittag.
Ergänzung 8.4.: Beim gestrigen Ausflug in den Auwald fand ich noch einige weitere und konnte auch eine Paarung beobachten. So kamen nun noch einige Bilder hinzu.
Älkäfer findet man vor allem in offenem Gelände und in Wiesen, bevorzugt auf Sand. Er ist ab April aktiv.

Motiv: Älkäfer (Meloe  violaceus), Männchen. In der Sonne deutlich blau-metallisch glänzend, vom 7. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/1000

Der Käfer hat mit ca 3,5cm Länge eine beachtliche Größe und ist auch ansonsten sehr auffällig. Mir gefallen immer wieder die „Korkenzieher“-Fühler sehr gut. Der Körper ist schwarz-blau gefärbt und glänzt leicht metallisch (s. Bild oben, wirkt vor allem in der Sonne). Das dicke Abdomen liegt frei, bei den meisten Käfern wird es von den Flügeln bedeckt. Diese sind hier nur sehr kurz bzw. rückgebildet und der Käfer kann nicht fliegen. Dafür umso besser krabbeln. 
Motiv: Älkäfer (Meloe spec.) vom 11. April 2010
Aufnahmedaten: Canon40D | Tamron 90mm |
Der Älkäfer hat seinen Namen von einer giftigen, unangenehm riechenden Substanz, die er bei Störung/Bedrohung aus seinen „Kniegelenken“ abgeben kann. 
Ernährung und Vermehrung: Während der adulte Käfer Pflanzen frisst, parasitieren die Larven an Solitärbienen. Dazu krabbeln sie eine Blütenpflanze hoch, warten dort auf eine solche Biene und lassen sich von dieser in das Nest tragen. Dort lebt die Larve zunächst von den Blütenteilen, die als Nahrung für die Bienenlarve gedacht war und schließlich von der Larve der Biene selbst – die Honigbiene ist davon nicht betroffen! Möglicherweise eingeschleppte Larven sterben aufgrund des geringen Nahrungsangebots. Da diese Art der Vermehrung viele Risiken beinhaltet, legt das Weibchen 1000e Eier an unterschiedlichen Stellen ab.

Motiv: Älkäfer (Meloe violaceus) Paarung vom 7. April 2011

Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F9 | 1/10

Die einzelnen der 13 in Mitteleuropa heimischen Arten sind schwer zu unterscheiden, Meloe proscarabaeus ist der häufigste. Alle Arten der Gattung sind geschützt.

Motiv: Älkäfer (Meloe  violaceus), Männchen vom 6. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F9 | 1/60
Geschrieben am: 7. April 2011 von Magdalena in Artenportrait, Insekten, Objektiv: Tamron 90mm. 2 Kommentare.



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2 Kommentare zu Der Älkäfer – Meloe violaceus

  1. DOMKE, Christoph sagt:

    Sehr gute Bilder. – Das Exemplar, das wir gestern gefunden haben, hatte eine Orchidee gefällt und fraß sie auf. In manchen Beiträgen liest man, dass die Imagines sich von Pollen ernähren. „Unser“ gestriges Exemplar tat das nicht. Das entspricht auch Ihrem Text. Ch. Domke

  2. Nina Schaad sagt:

    Ende April waren wir mit einer Schülergruppe auf der „Schafweide“ oberhalb Bahnhof Rhäzüns / Gemeindegebiet Domat-Ems GR. Da krabbelten mengenweise solche mir unbekannte Käfer herum. Jetzt bin ich endlich auf den „Älkäfer gestossen. Was ich alledings nicht ganz begreife: Unsere Käfer waren viel grösser, als alle Angaben, die ich bis jetzt gefunden habe, 40 – mindestens 60 mm lang. A bitz gruusig, vor allem in dieser Menge!! Kann mir jemand weitere Infos liefern?
    Nina Schaad in Chur

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